Was ist neu bei FM4?


Hans Maulwurf

Gesperrter Benutzer
Ich habs hier auf den Radioforen schon mal irgendwo geschrieben, das Denken in Sende"kästen" und "Strecken" führt systematisch dazu, dass Moderatoren und ihr Publikum aus dem Kasten rausaltern.

Lasst das Programm mit den Hörern altern! Moderatoren und Hörer nicht zu vertreiben würde viele Reibungsverluste sparen.

Es müsste lediglich das Programm, dass vor 25 Jahren für Ü60 war, entfallen und dafür ein Angebot für U30 neu aus der Taufe gehoben werden. Und wenns nur so funktioniert, von mir aus ein ORF-TikTokRadio mit interaktiven Playlisten - nur über Smartphonestream empfangbar.
Um Gottes Willen, bloß nicht! Wenn Du das Programm mit dem Hörer altern lässt, dann hast Du irgendwann etwas wie N-Joy. Es ist doch nicht so schwer, irgendwann den Sender zu wechseln wenn es einen nicht mehr anspricht. Auch wenn der jetzige FM4-Hörer wohl eher beim Sender bleibt, als zu Ö3, Kronehit oder den Regionalen zu wechseln. Am ehesten hört dieser (mir eingeschlossen) eher bei Ö1 rein. Und auch dieser Anspruch, 24/7 auf allen Programmen Formatradio zu bieten ist doch alles Andere als im Sinne des ÖR. FM4 ist gerade so hörenswert, wegen der immer noch vorhandenen Kanten und Sperrigkeit.
Dazu kommt, Österreich und auch der ORF hingen ihrer Zeit schon immer hinterher, mit fällt in letzter Zeit auch vermehrt Hip-Hop auf, den es meines Gefühles noch vor einiger Zeit nicht gegeben hat. Das große Hip-Hop Revival sehe ich jedoch nicht, denn als dieses war spielte man bei FM4 viel und vermehrt diesen Indie-Schrammelsound welche ich persönlich wieder furchtbar finde!
Mal etwas Anderes, hat jemand die MPX-Reduzierung der Österreicher in der Nacht vom 30.06. auf den 01.07. zufällig mitgeschnitten, könnte dieses mal hör- und sichtbar machen? @DigiAndi ?
 

freiwild

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Ingrid Thurnher wird ab Jänner neue Radiodirektorin des ORF unter General Weißmann, und prompt hat sie erklärt, sich FM4 "ganz genau anzuschauen" und gefordert, dass der Sender mehr Hörer erreichen soll. Das klingt schwer danach, dass das einzigartige FM4-Profil durch ein stromlinienförmigeres Jugendradiokonzept nach deutschem Vorbild ersetzt werden könnte.

Hoffentlich nicht.
 

lg74

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Europa geht zivilgesellschaftlich in eine finstere Zukunft, Österreich ist da politisch gut vorn mit dabei - es kann nicht verwundern, dass Kultur und Medien auch entsprechend auf Linie gebracht werden sollen bzw. Medien verstummen müssen, die nicht in das Weltbild derjenigen passen, die keine lebbare Zukunft wünschen, sondern nur ihre Macht ausbauen wollen.

Das Problem ist wie immer: anständige Menschen sind halt anständig und lassen für gewöhnlich alles mit sich machen. Es wird wirklich mal Zeit, dass anständige Menschen massenhaft "unanständig" werden. Nur Mut! Dieses "unanständig" ist eigentlich "anständig" - von einem gesunden Koordinatenursprung aus betrachtet.
 

Hans Maulwurf

Gesperrter Benutzer
Ich bin erstaunt, welche Erwartungen und Vorstellungen die sogenannten Verantwortlichen haben, wo diese Hörer überhaupt herkommen sollen. Die ganz jungen? Eh schon abgewandert ins Netz und zum Streaming!
Die mittleren Anspruchslosen? Eh schon bei Ö3 und Kronehit gelandet und dort nicht wegzubekommen.
Die FM4 Hörer werden in Zukunft das Radio einfach auslassen, ein paar werden gelegentlich einmal bei Ö1 einschalten - das wars! Kann weg, braucht (dann) keiner (mehr).
 

Border Blaster

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Nun, was hat Ingrid Thurnher genau gesagt:
"Vor 25 Jahren für junges Publikum gegründet, könne der Sender nun mehr junges Publikum vertragen."
Dies zu sagen ist ja auch ihr gutes Recht, es sollte keine "Denkverbote" geben.
Mit der derzeit vor allem gespielten Musik, sprich Indie-Rock, Singer/Songwriter-Musik und diversen Spielarten elektronischer Musik wird ein Großteil des jungen Publikums halt nicht erreicht, egal wie anspruchsvoll diese Musik auch sein mag.
Und ja, nun wird sie sich das halt "ganz genau anschauen"......

Ich weiß, ich befinde mich hier aufgrund meiner Vorgeschichte, was FM4 betrifft, auf ganz dünnem Eis. Und ich habe mich dafür bei der Community ganz ernsthaft auch entschuldigt. FM4 möge von mir aus unverändert bleiben, aber für das junge Publikum mit eher "Mainstream-Geschmack" sollte es vielleicht in Zukunft so ein Content-Netzwerk geben, etwas ähnliches wie funk von ARD und ZDF oder Puls vom BR, zumal die jungen Leute eh fast kein "richtiges" Radio mehr hören.

Anmerkung: Gerade läuft auf FM4 Lorde mit SOLAR POWER. Ist ja auch schon fast Mainstream.....
 
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CosmicKaizer

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Also auch in Österreich das Problem, das "Jugend"radio an der Jugend vorbeisendet - egal, wieviel Mühe man sich mit der Musik gibt. Ich plädiere dafür, den Begriff "Jugendradio" ad Acta zu legen. Der ORF ist doch eigentlich ganz gut aufgestellt. Anspruchsvolles Pop-Radio deckt FM4 hervorragend ab, die Cashcow Ö3 bringt das Geld, Ö1 muss sein - und selbst die Regionalwellen sind vielfältiger aufgestellt als in Deutschland. Der NDR leistet sich 3 Programme, die musikalisch kaum zu unterscheiden sind, ähnliches gilt für den MDR. Wie kam es eigentlich dazu, dass Frau Thurnher Radiochefin wurde? Klar, sie wurde vom neuen Generaldirektor ernannt. Ist eine solche Ernennung beim ORF ein Angebot, das man nicht ablehnen kann? Ich hatte den Eindruck, das sie mit ihrer Tätigkeit bei ORF III zufrieden war und ORF III auch in gewisser Weise "ihr Ding" war.
 

Hans Maulwurf

Gesperrter Benutzer
Anmerkung: Gerade läuft auf FM4 Lorde mit SOLAR POWER. Ist ja auch schon fast Mainstream.....
Lorde ist doch seit Anbeginn (zu meinem Leidwesen) mit sämtlichen Singles in der FM4 Playlist gewesen. Gleiches galt für Mando Diao und solch ein Schrammel-Zeugs, welches auch bis zum erbrechen gespielt wurde als es parallel in sämtlichen Hitradios Deutschlands und Österreichs vertreten waren.

Ich war eher erstaunt, dass dort in letzter Zeit tatsächlich Cardi B. vermehrt gespielt wurde, was mir nun wieder zusagt! Gefreut habe ich mich heute morgen tatsächlich über D-Kay und Epsilon - Barcelona gefreut, so ein typischer StuBru Dauerbrenner.

Manch einer hofft ja auf eine Formatierung von FM4 in Richtung DASDING oder YouFM, aber wenn es schlecht läuft dann gräbt man nur Ö3 die Hörer ab, und wie hier mal jemand herumposaunte, hören 9 von 10 Österreichern den Sender an 23 Stunden und 6 Tagen die Woche.
 

Border Blaster

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Manch einer hofft ja auf eine Formatierung von FM4 in Richtung DASDING oder YouFM
Dies ist natürlich auf mich gemünzt. Ich habe dafür eh meine Watschn abgeholt, aber habe ich mich auch in weiterer Folge mehrmals dazu geäußert, dass dies nicht so eine gute Idee war (von mir).
Wenn man dies jetzt einfach ruhen lassen könnte, wäre ich sehr froh darüber.

Fakt ist, durch den neuen Mann, den Wunschkandidaten von Kanzler Kurz, wird es beim ORF sicher jede Menge Veränderungen geben in den nächsten Jahren.

Egal, wie es mit FM4 weitergehen wird, es ist aber offensichtlich, dass ein frischer Wind dem Sender nach 25 Jahren sicher gut tun würde. Monika Eigensberger, 62 ist ja immerhin bereits seit 1999 Programmchefin von FM4 und ich denke, es wäre damit längstens an der Zeit, die Verantwortung in andere Hände zu geben.
 

Border Blaster

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Gibt es zu FM4 überhaupt nichts neues,interessantes zu berichten, außer dass Ingrid Thurnher sich "alles ganz genau anschauen wird bei FM4"?
Aber.... nicht vergessen, heute, kurz nach Mitternacht, wieder Projekt X. Man mag es kaum glauben, aber das ist sogar für mich ein Pflichttermin;)
 

xyladecor

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Frau Thurnher sollte froh sein, dass sie Dank ihrer Systemtreue auf eine weitere Position verfrachtet wurde, aber tunlichst die Finger vom Tagesgeschäft, allen voran OE1 & FM4 machen.

Die Dame hat so viel Ahnung vom Radio wie ein Schneemann von Sonnenbaden.

Wenn sie sich profilieren will kann sie sich ja gerne an die echten Baustellen OE3 und diverse Regionalradios machen, da gäbe es genügend Arbeit, und dort kann man - allen voran bei OE3 - nicht viel kaputt machen, die san scho hinnich.

Sie kann sich auch schleunigst an die Schaffung längst überfälliger Spartenradiosender machen, wie endlich ein echtes Inforadio, einen echten Heimatradiosender, wie "BR Heimat", und anderes.
 
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exhörer

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Sie kann sich auch schleunigst an die Schaffung längst überfälliger Spartenradiosender machen, wie endlich ein echtes Inforadio, einen echten Heimatradiosender, wie "BR Heimat", und anderes.
Wobei diese "Heimatradiosender" im ORF je nach Bundesland noch gar nicht so lange abgeschafft sind. Ö2 bzw. ORF Radio <Bundesland> war ja genau sowas, bis irgendwer auf die Idee gekommen ist, diese Programme in durchhörbare Schlager-und-Oldiedudler umzuwandeln.
 

Yannick91

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ist eigentlich irgendwo begründet worden warum Frau Thurnher das Radio übernimmt? Als ZIB-Moderatorin und Talkshow-Host fand ich sie ganz okay aber ob sie frische Ideen fürs Radio hat?
 
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Border Blaster

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Ein kurzer Auszug daraus, ich zitiere: "FM4 punktet in seiner Community: 260.000 Österreicherinnen und Österreicher hören im Schnitt täglich das mehrheitlich fremdsprachige Jugend-Kulturradio des ORF. Die Tagesreichweite liegt damit in der Gesamtbevölkerung bei 3,3%, bei den 14- bis 49-Jährigen bei 5,1%. FM4 erzielt einen Marktanteil von 2%, in der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen liegt der Marktanteil bei 4%.

FM4 macht zugegeben hochwertiges Programm, ist aber alles, nur kein Jugendradio.
 

Border Blaster

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Ich kenne Ingrid Thurnher eigentlich nur vom Fernsehen, schätze selbige aber sehr. Und was ich lese, kommt sie ja vom Radio und kehrt nach 30 Jahren wieder zu selbigen zurück. Egal was sie für Pläne hat für bzw. mit FM4. Ich finde es eine mutlose, streng konservative Entscheidung, die Verantwortung für den per Eigendefinition "Jugendkultur-Sender" FM4 in die Hände von Ingrid Thurnher, 59 Jahre alt, zu geben. Und wenn man die Programm-Chefin Monika Eigensberger, 62 Jahre alt, dazu nimmt, gehören diese zu den ältesten Berufs-Jugendlichen, die es gibt.
Mutiger wäre es gewesen, wenn man diese beiden Stellen an zwei End-Zwanziger bis End-Dreißiger vergeben würde. Zumindest bei Monika Eigensberger lebt die Chance ja hoffentlich noch, dass man selbige in den wohlverdienten Ruhestand versetzt und jüngeren Leuten das Feld überläßt. Immerhin ist sie bereits seit 25 Jahren Programm-Chefin.
 
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Wer ist jugendlich? Alle unter 18, weil minderjährig? Alle unter 35, weil noch nicht Bundespräsidententauglich? Unterschied gleich hier offensichtlich: Studenten sind im ersten Fall keine Jugendlichen, im zweiten schon.

Auf jeden Fall geht es um Menschen, die tendenziell für Entertainment Geld ausgeben - Musik, Shows, Kino usw. Also ist es nachvollziehbar, dass es einen öffentlichen Sender gibt, der diese Themen abdeckt und dadurch sanft darauf hinwirkt, dass auch österreichische Produktionen bekannt werden. Das schafft Wertschöpfung bei uns und ist auch sonst klug.
Radio und Jugendliche passen kaum noch zusammen, korrekt. Das trifft aber auch die Konkurrenz. Und wenn man sieht, dass weitaus mehr dieser Jugendlichen (nach welcher Definition auch immer) andere Sender als FM4 hören, dann verfehlt dieser Kanal schlichtweg sein Ziel und sollte radikal neu aufgestellt werden.
 

lg74

Benutzer
Auf jeden Fall geht es um Menschen, die tendenziell für Entertainment Geld ausgeben - Musik, Shows, Kino usw. Also ist es nachvollziehbar, dass es einen öffentlichen Sender gibt, der diese Themen abdeckt und dadurch sanft darauf hinwirkt, dass auch österreichische Produktionen bekannt werden.
Wer tut dies, wenn nicht FM4? Die österreichische Musikszene wäre ohne FM4 eine völlig andere - eine, in der wertvoller Inhalt kaum je bekannt geworden wäre.


Und wenn man sieht, dass weitaus mehr dieser Jugendlichen (nach welcher Definition auch immer) andere Sender als FM4 hören, dann verfehlt dieser Kanal schlichtweg sein Ziel und sollte radikal neu aufgestellt werden.
Wieso sollte ein Programm auf Doppelversorgung einer bereits offenbar sehr gut versorgten Bevölkerungsgruppe umgestellt werden und dafür eine andere Bevölkerungsgruppe ausgeschlossen werden?

Ja, ich weiß: weil das Großkapital und die Rechten es so wollen. Sie können geistig wache Menschen mit eigenem Wertebild nicht ertragen - das war wohl schon immer so.

Ich halte es für gesellschaftlich dringend notwenig, auch Hörfunkangebote für diejenigen zu machen, die "Wert" und "Aussage" von "Mode" oder "Masse" unterscheiden können und sich für ersteres entscheiden haben, weil sie Mensch bleiben und nicht zum Konsumenten degradiert werden wollen. Auch diese Menschen haben ein Recht auf Leben und nicht nur eine Art "Recht auf Duldung ihrer Existenz". Aus Deutschland kenne ich den Weg von ersterem (DT64) zu letzterem (die heutigen "öffentlich-rechtlichen" Jugendwellen) und weiß, dass dieser Weg katastrophal ist - für diejenigen, die aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, weil sie bewusster durchs Leben gehen und auch für die Gesellschaft, die sich wertvolle Aspekte von vornherein ausschließt und deshalb nicht in eine lebbare Zulunft aufbrechen kann.

Das Ergebnis dieses Formatfaschismus' kann ich tagtäglich in Deutschland beeindruckend erleben. Mich widert es seit Jahren in zunehmender Radikalität an, fortlaufend im öffentlichen Raum intellektuell beleidigt zu werden.
 

Border Blaster

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Ich meine, neben FM4 sollte es auch noch ein weiteres hochwertiges Radio geben, welches Leute, egal welchen Alters, anspricht, denen Hitradio Ö3 - vorsichtig formuliert - zu einfältig und FM4 dafür aber zu „kopf-lastig“ ist.

Warum gibt es in Frankreich so viele „jugendorientierte“ Sender, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat, die wirklich ihresgleichen suchen?

Warum gibt es keinen einzigen ähnlichen Sender in Österreich?

Eine kleine Auswahl aus Frankreich, wobei zumindest MOUV öffentlich-rechtlicher Natur ist.

https://generations.fr/
https://www.swigg.fr/
https://www.mouv.fr/
https://www.urbanhit.fr/´
 

HansRose

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Vielleicht weil Österreich "nur" 9 Mio. Einwohner hat und Frankreich mehr als 7x so viele Einwohner zählt?

Für die relativ geringe Einwohnerzahl besitzt Österreich aus meiner Sicht durchaus ein vielfältiges und auch regional ein attraktives Angebot an verschiedenen Radiosendern.
 
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