Sind die Sender wirklich sooo schlecht?


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Claudia

Gesperrter Benutzer
#27
>> Nach dem Motto: "Keiner geht zu Mc.Do., aber die Umsatzzahlen steigen..."<<<

Was soll das ? Was willst Du damit sagen ! Das ist überhaupt nicht relevant mit dem Thema ! Das hat mit dem, was wir hier diskutieren, rein gar nichts zu tun.

Jedenfalls SINKEN die Werbebuchungen im Radio, weil das Image des Radios SINKT. Die Kundenreaktionen auf eine Radiowerbung werden immer geringer, man muß immer aufwendigere Kampagnen im Radio machen, um dasselbe Ergebnis zu erzielen. Das stimmt mit den Untersuchungen überein, daß dem Radio keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Wenn MC Donalds erfolgreich ist, hat das doch nichts mit dem Radio zu tun, auf wenn er im Radio wirbt. Schaltet alle Radios ab und MC-Donalds bleibt trotzdem erfolgreich ! Was soll das also ?
 
#28
Liebe Claudia,

die Werbebuchungen sinken nicht, weil das Image sinkt, sondern weil wir in einer Werbekrise stecken. Die Werbezahlen sinken auch bei der FAZ, der Süddeutschen und beim Spiegel. Schauen wir uns mal die Veröffentlichungen der letzten Monate an. In den schwarzen Zahlen stecken nur noch wenige Sender. Und welche sind das?! PSR (Umsatzplus: 33,3 %), die Antenne-Gruppe (7,2 %), SAW (1,7 %), BB Radio (17,9 %), Antenne Thüringen (5,1 %). Insgesamt haben die Privaten "gerade mal" 3,3 % verloren. (Quelle: kressreport) Da die Werbekunden sowieso lieber visuelle Medien schalten, am allerliebsten audiovisuelle, ist das gerade in der Flaute ein Ergebnis, welches nicht alles in Frage stellen kann. Wenn jetzt also ein Werbekunde sagt: "Bäh, alle Privaten sind doof", dann macht das noch lange keinen Massentrend.
Die Hexe

@ pirni: das Posting ist auch eine Antwort an Dich. Die Werbebranche geht immer vom Nebenbei aus, ob nun in der Zeitung, im TV oder im Radio. Denn auch die Werbeblöcke im Fernsehen laufen beim Bierholen und Chipstüteaufmachen eher am Konsumenten vorbei. Von je her haben die Spots auf's Unterbewußtsein gewirkt (Das ist auch ganz leicht zu erkennen, wenn Du mal drauf achtest: Werbeblöcke sind generell lauter als das Programm, grelle Farben, Blitzeffekte...) Der Werbebranche ist es also wirklich egal, wie aufmerksam der Hörer/Zuschauer den "Mantel" um den Werbeblock wahrnimmt. Hauptsache, es hören viele Leute zu.
 
#29
Den Vergleich zwischen Fast-Food und 08/15 Hitradios finde ich gar nicht so falsch. Fast-Food wird von der Masse genutzt, ob es nun gut ist oder nicht. Genauso wie die vielen "tollen" Sender...
 
#30
Wenn es mit der Werbung so einfach wäre...
Es ist vielmehr eine Mischung aus unterschiedlichen Gründen.

</font>
  • <font size="2" face="Verdana, Arial">Der Werbewirtschaft geht es insgesamt schlecht, deshalb geht sie jetzt auch aus der Printwerbung raus. </font></li>
  • <font size="2" face="Verdana, Arial">Audio-visuelle Werbung wird bevorzugt, deshalb bleibt das Fernsehen zumindest für große Konzerne am interessantesten.</font></li>
  • <font size="2" face="Verdana, Arial">Dass die Werbewirtschaft in ihrer ersten Rückzugsbewegung zuerst das Radio getroffen hat, zeigt, dass hier am wenigsten Erfolg/Wirkung erwartet wird.
    </font></li>
<font size="2" face="Verdana, Arial">Also:
</font>
  • <font size="2" face="Verdana, Arial">Dass sie sich zurückzieht, liegt an der Wirtschaftslage.</font></li>
  • <font size="2" face="Verdana, Arial">Dass sie sich zuerst aus dem Radio zurückzieht, liegt am Radio.
    </font></li>
<font size="2" face="Verdana, Arial">der beobachter

<small>[ 21-05-2003, 14:07: Beitrag editiert von der beobachter ]</small>
 
#31
Ja, aber am Medium Radio generell. Nicht daran, dass es ein Nebenbeimedium ist. Wir hatten nämlich auch zu Vor-Formatierungszeiten Probleme, die Unternehmen zur Radiowerbung zu bekommen und auch dort zu halten. (Die größten Gewinne fuhr die Branche übrigens 1999/2000 ein, als der Prozess gerade auf dem Höhepunkt war und die Beiträge, etc. aus den Programmen flogen.) Es ist eben schwieriger, Werbung nur über das Hören zu vermitteln. Aber sollte jetzt irgendeiner die Forderung ranbringen, wir sollten die Hörer dazu bringen, bei den Werbeblöcken genau zuzuhören, dann hielte ich das schlichtweg für absurd.
 

Claudia

Gesperrter Benutzer
#32
Der Unterschied ist nur, daß Fast Fodd - wer hingeht - wirklich noch genutzt, also gegessen wird. Das Radio wird zwar eingeschaltet, aber imm weniger zugehört. Das wäre so, als ob man zwar bei Mc. Donalds mal die Tür aufmacht, aber nichts mehr drinnen ißt.
Außerdem hinkt der Vergleich, die MASSE, die in den MC Donalds reingeht, ist auch jene, die am anderen Tag mal zum Italiener, Kneippe oder am Sonntag mal ins gute Restaurant oder in dei Eisdiele geht.
Die Fast-Food Radiohörer haben aber die Asuwahl nicht, also kehren sie dem Radio als ganzes immer mehr den Rücken und kochen sich ihre eigene Mahlzeit mit eigenen Tonträgern.
 
#33
@ Claudia

Warum ist dann Werbung in der Nähe von aufmerksamkeitsfördernden Programminhalten ( knapp vor den Nachrichten, zwischen Wetter u. Verkehr...) teurer ?
 
#34
Ich glaube, dass war kein Generalvergleich "FastFood gg. Privatfunk", es ging lediglich darum, dass keiner sagt "Ja, ich gehe zu McDo" und trotzdem dort die Umsätze steigen. Ebenso: Keiner liest die Bild, aber es ist die auflagenstärkste Zeitung. Ebenso: Einige Werbekunden meckern über die Programme, und schalten dann doch beim Marktführer mit dem Dudelprogramm. Seht doch mal nicht immer alles so verbissen.

Am teuersten sind Singlespots. Werbeblöcke liegen meist vor dem Service, damit der "lästige" Wortanteil möglichst am Stück abgefahren wird, und dann wieder Ruhe ist im Karton.
 
#35
@radiohexe:

Nochmals zum Buch-Radio-Vergleich (als arbeitender Mensch kann ich nicht immer sofort antworten):

Auch wenn vielleicht allgemein nicht mehr soviel gelesen wird wie früher - auf dem Buchmarkt hat sich dennoch eine Riesenauswahl an Inhalten und Formen gehalten bzw. entwickelt. Harry Potter zeigt übrigens, dass es noch lesende Jugendliche gibt.

Doch gerade im Radiobereich mangelt es an einer solchen Vielfalt! Natürlich darf es auch Trash geben, so wie es auch im Buchbereich so etwas gibt. Aber wenn schon das Radio nicht mehr so neu ist und deswegen im Nachteil gegenüber dem Fernsehen ist, warum vergrault man potenzielle Hörerschichten, weil man fast nur noch für zwei Hörertypen Radio macht: Diejenigen, die sich nur berieseln lassen wollen, und die, die nur hoch intellektuelle Programme hören.

Wo bleibt die "Mittelschicht", zu der ich mich auch zählen würde?
 

Claudia

Gesperrter Benutzer
#36
@radiohexe: &gt;&gt;Werbeblöcke liegen meist vor dem Service, damit der "lästige" Wortanteil möglichst am Stück abgefahren wird, und dann wieder Ruhe ist im Karton.&lt;&lt;

Das ist interessant. Jetzt ist der Werbeblock nur noch deshalb vor dem Serviceblock, damit man das lästige Wort an einem Stück hat. Vor Jahren noch, als unsere Firma noch Radiowerbung machte, erklärte uns der Radiomensch: Knapp vor dem Lokaljournal plaziert kostet es 20% mehr, da haben sie den größten AUFMERKSAMKEITSGRAD. Dann gab es da noch ein Angebot: Als Widmungs-Sponsor vor der sehr BELIEBTEN Wunschsendung würde ihre Werbung auch gut gehört !

Es gab also im Zusammenhang von Plazierung von Radiowerbung einmal Worte wie &lt;Aufmerksamkeit&gt; und &lt;beliebte Sendung&gt;. Das ist scheinbar alles verlorengegangen, jetzt spricht man nur noch von einer undefinierbaren MASSE laut MA.
Es ist also alles undifferenzierter geworden, wie das "Programm" ( das keines mehr ist).
 
#37
@radiohexe:
Danke Dir, so wars auch gemeint.

Schade, daß die Radiolandschaft so den Berg runter geht... Oder ist vielleicht doch noch eine Trendwende in Sicht? Es müßte doch möglich sein, einen Tick Qualität in die Quantität zu bringen!
Oder?
 
#38
Was ich nicht verstehe: Warum ist hier eigentlich keiner froh darüber, dass sich die Werbung aus dem Radio"geschäft" zurückzieht? <img border="0" title="" alt="[Durcheinander]" src="confused.gif" />
Ist doch schön, wenn die Verdummungsaffen wegbleiben, dann ham wa endlich das Radio wieder für uns!
Die im Radio können dann wieder frei von jeder Manipulation zur großen Aufklärung des menschlichen Geistes beitragen, welche seit 200 Jahren fast stagniert. <img border="0" title="" alt="[Boah!]" src="eek.gif" />

Werbung im Radio, im TV, in der Zeitung, am Waldrand ist ein VERBRECHEN an der menschlichen Seele!!! <img border="0" title="" alt="[Ver&auml;rgert]" src="redface.gif" />

Werbeleute müssten lebenslänglich nur noch ihr Produkt verbrauchen, ihre Tapete dürfte nur ihr Werbemotiv zeigen und sämtliche Perönliche Medien werden in Dauerschleife geschalten. <img border="0" title="" alt="[W&uuml;tend]" src="mad.gif" />

Meine Theorie, warum ich früher lieber radiohörte, als tvguckte, wahrscheinlich waren mir die Bilder im TV zu fertig, liessen kaum Raum für Fantasie, man hörte irgendwie intensiver, als man guckte. Heutzutage empfinde ich die webcams schon als riesige Ablenkung vom *Radiohörvergnügen*, man lässt sich nicht mehr so fallen in jeden Ton, in jede Nuance, die Bilder haben keine Zeit mehr zu wachsen.

Hier im Internet trifft man sich zwar Punktweise, aber das Radio gab mir die feste Vorstellung, viele, tausende Menschen kommen in meiner Küche vorm Radio zusammen und geben sich die Hand. <img border="0" title="" alt="[Breites Grinsen]" src="biggrin.gif" />

Vielleicht ist das der Grund, weshalb das Radio in der heutigen Saftsackgesellschaft zum EinheitsbreiigenFormatradio umfunktioniert wurde, Zusammenrottungen über 10Personen könnten ja Revoluzzergedanken kriegen. :cool: <img border="0" title="" alt="[Ha!]" src="tongue.gif" />

okee, mein senf dazu

exh.
 
#39
@ radiofreund: Tja, womöglich trifft sich die Mitte genau in dem Massenprogramm? Unsere Hörer sind ja nicht dumm (vielleicht uninteressiert, aber nicht dumm). Möglicherweise ziehen sie die Unterhaltung aus dem Privatfunk, und informieren sich, in dem sie zum Frühstück in Ruhe die Zeitung lesen und am Abend die Tagesschau sehen. Das ist, glaube ich, das Problem der Radioszene: wir betrachten uns alle als den Mittelpunkt. Der Konsument zieht da nicht so stark eine Grenze und er nutzt das Angebot der Medien allgemein, wie es ihm passt. Und damit sind wir wieder beim Hintergrundmedium.
Die Frage, ob man zur Quantität nicht auch etwas mehr Qualtität bringen kann, halte ich für berechtigt. Der gute alte Einsdreißig mit Servicethemen oder der Beitrag, der das Topthema der Nachrichten etwas ausführlicher behandelt, tut sicher keinem weh. Aber da gilt das Kosten-Nutzen-Prinzip. Mit drei Volontären und 20 Praktikanten kannst Du das eben so nicht machen. Solange es aber auch ohne geht, wird in einem wirtschaftlichen Unternehmen niemand mehr Geld ausgeben, als er unbedingt muss (oder kann). Auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bringst Du eine Masse am einfachsten über die Musik. Aber Dein "Mittelding" kannst Du Dir auch selber basteln: Niemand hindert Dich daran, mal eine halbe Stunde dem Deutschlandfunk zu lauschen und hinterher den Dudler anzustellen.

@ claudia: Diese positionierte Werbung & Sponsoring gibt es immer noch. Dieses "Alles-an-einem-Stück" ist meines Wissens so gegen 1998 eingeführt worden. Also müsstest Du es auch noch so kennen. (Falls Du aus einer Radiogegend kommst, die typische landesweite Programme hat. Kommst Du dagegen aus einer Region mit Lokalfunk-Landschaft, dann sind gewisse Sachen natürlich zu differenzieren. Aber dort kannst Du die Leute mit Wort viel einfacher binden, weil Du eben nicht so stark darauf gucken musst, dass es 50 Kilometer vom "Tatort" entfernt womöglich schon keinen mehr interessiert.)
 
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