Radio über UKW - Kosten?


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Derion

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Erstmals liebe Grüsse aus der Schweiz.
Ich habe da eine Frage.
Und zwar nimmt es mich aus reinem Interesse Wunder, wie teuer so ein Radio ist, welches über eine Frequenz senden kann?
Sprich jeder kann es hören, im Auto kann man es hören etc.

Da würden mich die kosten für alles drum und dran (bewilligungen etc) schon mal Interessieren :D

Grüsse Derion
 

Thomas Wollert

Administrator
Mitarbeiter
AW: Radio über UKW - Kosten?

Die Suchfunktion hilft! Ist zwar auf Deutschland bezogen, gibt aber schon mal einen Überblick:

der beobachter schrieb:
Du brauchst eine Frequenz, die Dir von der Landesmedienanstalt (Deines Bundeslandes) erteilt werden muss, was voraussetzt, dass sie eine ausgeschrieben hat, auf die Du Dich bewerben kannst.

Du brauchst die notwendigen Lokalitäten, um einen Sendebetrieb zu ermöglichen.

Du brauchst die nötige Technik, um einen Sendebetrieb zu ermöglichen.

Du brauchst ein bisschen Personal für Technik und Sprechen, von Redaktion will ich schon gar nicht reden. (Nach aktuelle Lage reichen dafür unbezahlte Praktikanten, die schon immer ins Radio wollten.)

Du brauchst möglicherweise eine Firma, die Dir eine Verpackung bastelt.

Du brauchst Geld, das Du eher nicht im sechsstelligen Euro-Bereich ansiedelst.

Von inhaltlichen Konzepten und der Fähigkeit, eine Jahresbilanz und einen Jahreshaushalt zu erstellen oder erstellen zu lassen, einmal ganz abgesehen.

Außerdem einen langen Atem, Geduld, Geldgeber und... willst Du das wirklich?
Funkbude schrieb:
(...) Ich würde Dir mal einen Blick in unser Landesrundfunkgesetz empfehlen. (...)

Wenn Du das LRG gelesen hast, wirst Du feststellen, daß terestrisch nur Lokalfunk möglich ist und auch nur ein kommerzieller Sender pro Kreis oder kreisfreier Stadt. Nichtkommerziell können z.B. Uni-Radios zugelassen werden.

(...) Vor allem musst Du für deinen Sender eine Lizenz bei der Landesanstalt für Rundfunk beantragen und entsprechende Auflagen einhalten. Ob Sie Dir eine Lizenz geben würden, wage ich aber zu bezweifeln.
Terrestisch läuft da sowieso schon mal gar nichts, es sei denn Du baust Dir nen "Piratensender", und über die Folgen dieses Sendebetriebes kann ich Dich gerne aufklären.

Vielleicht solltest Du Deine Vorstellungen konkretisieren oder aber erst mal ein wenig Radioluft im Bürgerfunk schnuppern und Dich an eine anerkannte Radiowerkstatt wenden. Adressen kann ich Dir gerne geben, oder Du fragst bei deinem örtlichen Lokalsender nach.
Gelb schrieb:
Wenn das so einfach wäre...

Eines vorweg: Einen neuen Sender zu gründen ist völlig utopisch. Dieses Thema wurde hier schön öfter diskutiert.

Wenn es nur um die Theorie geht, sei folgendes gesagt:

Es kommt darauf an, wie groß der Sender ist und welche Art von Geschäftsform er verfolgt: öffentlich-rechtlich, privat, nicht-kommerziell-lokal, kommerziell-lokal, frei/offen.

Dann kommt es darauf an, wie der Sender die GEMA bezahlt. Kleine Sender zahlen eine Pauschale, etwas größere zahlen sekundenweise. Hier wird es dann mit Übertragungen schwierig.

Vielleicht setzt Du Dich einfach mal mit den Rechts- oder Finanzabteilungen in Verbindung (bei Ö/R heißen die HoLi, Abk. für Honorare und Lizenzen).
Gelb schrieb:
Das ist nicht so ganz einfach.
Zum Senden brauchst Du, rein technisch gesehen, nur einen Sender. Den gibt's aus Fernost als Bausatz für ein paar Mark fuffzich. Da hängst Du einen CD-Player dran und kannst damit (illegal) on air gehen. Die Qualität ist entsprechend, aber das dürfte die Minimalausstattung sein. Und geht dann bis hin zu millionenschweren Studios mit mehreren Tonquellen, Computersystemen, sehr teuren Mischpulten, mehreren Mikros, Prozessoren und Leitungen. Da sind also keine Grenzen gesetzt. Ist halt die Frage, was man sich leisten kann und was man braucht.

Die Musik kommt meist von den Plattenfirmen. Die "bemustern" die Sender und schicken ihnen CDs und MP3s zu. Die Sender hören sich das an und entscheiden, ob sie die Musik spielen oder nicht. Vieles ist auch ganz normal gekauft.

Alle ernstzunehmenden Sender senden mit Computern. Vorteil: alles, was eingespielt ist, ist auf Knopfdruck abrufbar. Man spart sich die Rennerei ins Musikarchiv, wenn man mal spontan was braucht. Außerdem kann man mit Computersystemen auch das Ende vom gerade laufenden Titel vorhören. Das geht mit CDs, Platten oder Bänden nicht. Du kannst auch besser eincuen und leichter produzieren, weil Du nichts mehr einspielen mußt. Nachteil: je komplexer ein System, desto anfälliger ist es gegen Störungen. Ein Computer kann abstürzen, ein Plattenspieler läuft weiter.

Was es noch zu beachten gibt: sehr sehr viel. Rechtliche Dinge, technische Dinge. Dafür am besten mal einen Nachrichtentechniker fragen. Hängt von der Art der Ausstrahlung ab und von der Frequenzabdeckung im Sendegebiet.
AVB schrieb:
Es ist es sehr, sehr schwer, irgendwo in Deutschland einfach einen Sender zu gründen, denn das sind praktisch ausschließlich politische Entscheidungen und haben mit der technischen Ausrüstung nichts zu tun.
Es ist in der Tat möglich, einen Piratensender aus dem eigenen Wohnzimmer zu betreiben, mit Technik, die du dir auf dem Flohmarkt kaufen kannst. Leider ist das a) illegal und mit saftigen Strafen belegt und b) kommst du damit nur ein paar Kilometer weit. Um ganz NRW abzustrahlen, brauchst du ein Netz von Funktürmen, denn UKW funktioniert auf Sichtweite, d.h. du kommst über Hügel und Berge nur mit mehreren Relaisstationen rüber. Das ist ein irrsinniger Aufwand.

Wenn du unbedingt Radio machen willst, hast du folgende Möglichkeiten:
a) Piratenradio (mit den genannten Risiken)
b) im benachbarten Ausland eine Lizenz ergattern und nach Deutschland reinsenden (zum Beispiel aus Ostbelgien).
c) Ein eigenes Internetradio betreiben (damit kannst du in der Tat ganz NRW abgreifen)
d) Bürgerfunk produzieren (mit viel Aufwand ist es bestimmt möglich, damit auch NRW-weit auf Sendung zu gehen, indem du alle 46 Sender abgrast und lokale Bürgerfunkgruppen startest)
 

R0manonair

Benutzer
AW: Radio über UKW - Kosten?

Hallo zusammen (1st Beitrag!)
Ich habe vor etwa 2 Jahren bei einem Kurzzeit-UKW-Projekt (Vitamin R) mitgemacht. Die Frequenz für das Stadtgebiet von St.Gallen kostete damals für 2 Wochen rund 3'000.- CHF.

Der grösste Ausgabepunkt war aber die Antenne, die gemietet werden musste.

Gruss R0man
 
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