Alles zum Verkehrsservice


DJ Ricardo W.

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So... Da einige hier offensichtlich nicht verstehen, was es heißt, wenn man darauf hingewiesen wird, beim Thema zu bleiben und dies woanders diskutiert wird, hier nun ein Thread zu dem Thema.

Hier ist nun durchgesickert, dass ein Radiosender nicht dazu verpflichtet ist, einen Verkehrsservice auszustrahlen... Ja, aber das beantwortet nicht das aktuelle Diskussionsthema. Was ist, wenn ein Radiosender angibt, einen Verkehrsservice zu senden? Muss er es dann auch tun, oder muss sowas gar nicht angeben.

Und vor allem, haltet ihr den Verkehrsfunk noch für wichtig und für zuverlässig?

Diese und weitere Themen ab jetzt hier! DANKE!
 

Johnny

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Hä? Wenn ein Radiosender angibt Verkehrsfunk zu senden, dann sollte er dieses auch tun. Davon unabhängig gibt es bestimmte Radiosender im öffentlich-rechtlichen Rundfunk die "Verkehrsfunksender" sind und dadurch verpflichtend sind, diesen auszustrahlen. Ich halte Verkehrsfunk nach wie für für sehr wichtig, ist es doch u.a. eines der Hauptgründe, im Auto Radio zu hören. Warum sollte das nicht mehr so sein?
 

Sieber

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Hä? Wenn ein Radiosender angibt Verkehrsfunk zu senden, dann sollte er dieses auch tun.
Richtig.
Davon unabhängig gibt es bestimmte Radiosender im öffentlich-rechtlichen Rundfunk die "Verkehrsfunksender" sind und dadurch verpflichtend sind, diesen auszustrahlen.
Und wo steht das? 😄 "Gewisse" ÖR-Radiosender sind aus eigener Tradition VF-Sender. Ex-ARI-Sender (hier hat es der SDR geschafft, auch sein 3. neben dem 1. Programm damit auszustatten), aber in den Statuten der ganzen ÖR dürfte so eine "Verpflichtung" (für die "Sendelizenzen") nicht drin stehen. Oder gab es 1949 schon Verkehrsfunk? 😄
 
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Radiokult

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Also nach meinem Verständnis gehört Verkehrsfunk zum Service, womit er kein Muss ist. Wenn allerdings ein Sender angibt auch Verkehrsinfos zu senden, wäre es schon aus Glaubwürdigkeitsgründen sinnvoll, wenn er dann auch Verkehrsinfos im Programm hat.
 

ndrgast

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"Einspruch!" - "Gegenrede!" zu @Berlinerradio #7
Dieser Thread wäre nicht nötig gewesen. Alles schon mal durchgekaut.
ICH finde diesen Faden sehr interessant! - Das Beispiel: "Verkehrsfunk!" kratzt an der Diskussion zum Grundversorgungsauftrag der ÖR. Die PRIVATEN wollten - neben ihren Werbeeinblendungen - mit Verkehrsmeldungen a la: "Blitzer-Alarm: WO wird heute geblitzt?" einen Mehrwert gegenüber den ÖR liefern, als Anregung im Auto doch ihre Frequenz zu hören. ... "Voll retro!"

DLF hatte den Mut den "Verkehrsfunk!" zu canceln: Rückblickend eine richtige Entscheidung! - In Navi-Zeiten konnten Trucker und andere Langstreckenfahrer sich besser digital alternativ zu regionalen Verkehrsmeldungen ... analog via UKW ... orientieren. FÜR MICH hatte der DLF-Verkehrsfunk mehr einen Bildungswert: Wie eine Deutschlandreise! - WO liegt welches Autobahnkreuz? ...

Gegenbeispiel NDR1NDS: Wenn ich im Sendegebiet unterwegs bin, schalte ich die Welle ein! - NDR1 sendet regionale Verkehrsmeldungen. "Doof!" zu melden, wo eine Milchkanne umgefallen ist, oder eine Entenfamilie eine Straße quert: "Abgehakt!" unter: "Unterhaltung!" ... Andererseits: Ich schalte im Sendegebiet von NDR auch NDR ein: Eine Stauwarnung ist besser als keine Stauwarnung. Die Umleitungsempfehlungen sind oft wenig hilfreich. Oft weiß man aus Erfahrung: "Wenn man da hin kommt, wo ein Stau sein soll, dann ist DER Stau weg!" - Manchmal steckt man aber auch gerade in einem Stau. Dann hört man sehr aufmerksam, was das Radio dazu meldet. Im Zweifelsfall vertraut man dem Navi und fragt Freund Google-Maps.
NDR-Hörfunk hat das Problem, dass es praktisch keinen informativen Content liefern kann. Der: "Verkehrsfunk!" wird zum Programmschwerpunkt gemacht. Die Moderatoren lesen dann die Meldungen der von Polizei und Verkehrsmanagementzentralen zugelieferten Meldungen vom Monitor ab. Als Zugabe werden die hörenden Autofahrer*innen gebauchpinselt mit Floskeln wie: "Gute Fahrt, wo es geht!", "Wir sind mit Ihnen unterwegs!" ...

DLF hat mit dem Verzicht auf den bundesweiten Verkehrsfunk unter dem Strich an Qualität gewonnen.
Kritik an NDR-Hörfunk: NDR-Hörfunk KANN gar nicht auf seine Verkehrsmeldungen verzichten!!! - WAS bliebe denn sonst als WORT neben MUSIK übrig? - Wenige Nachrichten-Slots; weiter aber wenig Content: Entenjagt, und gesponserte Gewinnspiele wie Hit-Jackpot oder Schüssel-Schorses Verteilaktionen von I-Pads ... Ach ja: "Das Wetter!"

Der Sinn des Verkehrsfunks im Radio ist diskussionswürdig.
 
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thorr

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DLF hat mit dem Verzicht auf den bundesweiten Verkehrsfunk unter dem Strich an Qualität gewonnen.
Für mich war der Verkehrsfunk im Dlf, wenngleich ohne jeglichen praktischen Nutzen für mein Leben, immer ein kleines Fenster in die Republik, das für ein bis zwei Minuten aufgemacht wurde. Was ist in diesem Augenblick gerade so los - 1000km südlich von hier, kurz vor den Alpen? Gerade nachts fand ich immer die Dauerbaustellen spannend. So manches Mal habe ich mich gewundert, was für interessante Ortsnamen es doch gibt in Deutschland, und gerätselt, wo das denn liegen könnte. Das war immer eine echte Geografiestunde! Und nicht zuletzt habe ich gelernt, dass man Neckarsulm nicht wie "dem Neckar sein Ulm" ausspricht und Neckarsulm auch sonst gar nichts mit Ulm zu tun hat...

Freilich hat der Verkehrsfunk abseits meiner Heimatromantik in Zeiten von Navis und Handys keinen praktischen Nutzen mehr für den Fernfahrer, der zudem an jeder Sendegebietsgrenze umschalten und sich am besten noch auskennen müsste, um die Hinweise tatsächlich verwerten zu können. Für den täglichen Pendler aber ist der Nutzen doch nachwievor hoch, um morgens vor Antritt der Fahrt einen schnellen Überblick zu bekommen. Auch Meldungen von der Schiene sind da wertvolle Informationen. Diesen Pluspunkt hatte der Dlf mangels Lokalität und Zeit natürlich nie.
 
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Hithopper

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Der Verkehrsservice hat schon was. Stell Dir vor, Du stehst frühmorgens auf und hörst nichts vom "1 KM LKW Stau vor dem Grenzübergang Weil am Rhein". Dann fehlt irgend etwas.
 

Grasdackel

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Das ist doch wohl nur eine Gewöhnungssache. Ebenso wie man dem rückständigen deutschen Fernsehzuschauer die Nutzung des Teletextes nicht abgewöhnen kann, obwohl es inzwischen Nachfolgesysteme mit wesentlich bunteren Bildern und höherem Informationsgehalt gibt.

Wenn der Verkehrsservice für irgendeinen Sender verpflichtend wäre, dann würde er in den entsprechenden Staatsverträgen explizit erwähnt. Wird er aber nicht. Also ist es für die Sender nur ein Überbleibsel aus einer Zeit, als er noch richtigen Service-Charakter hatte, mit dem sich jetzt aber prima und kostengünstig massenhaft Sendezeit füllen lässt.
 

Nordi207

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Das ist doch wohl nur eine Gewöhnungssache. Ebenso wie man dem rückständigen deutschen Fernsehzuschauer die Nutzung des Teletextes nicht abgewöhnen kann, obwohl es inzwischen Nachfolgesysteme mit wesentlich bunteren Bildern und höherem Informationsgehalt gibt.
Wieso ist es für manche so schwer zu verstehen, dass es Menschen gibt, die mit dem was sie haben relativ zu frieden sind und nicht sofort nach erscheinen, ständig den nächsten “heißen Scheiß” hinterher rennen. Das stresst ja auch. Dabei geht es jetzt nicht nur um Teletext. Aber Teletext zB ist einfach schneller und übersichtlicher als Digitext. Wer meint, das neueste “was-auchimmer” haben zu müssen und Vorgänger sind No-Go’s hat die feuchten Träum des Marketing’s wahr werden lasse.
 

Station-Voice

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Ich oute mich wieder mal.
Ich höre meistens sehr gerne den bundesweiten VF.
Dass der DLF den VS eingestellt hat, das finde ich sehr schade.

Sicherlich braucht man Dank Navi kaum mehr den (fehlerhaften) VF.

Andererseits, wer braucht schon Radio?

Gibt doch MP3 und Hörbücher.
 

Sieber

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Früher stand alle paar Kilometer ein Schild an der Autobahn, welcher ÖR-Sender Verkehrshinweise sendet mit der regionalen UKW-Frequenz. Aber das hat sich durch den technischen Fortschritt überholt.
Das frühere blau- weiße Schild an den Autobahnen war ein offizielles Verkehrszeichen mit Nummer. Eine Gesetzesgrundlage zur Verpflichtung von Sendern VF ausstrahlen, war es nicht. Die Autobahnmeistereien hätten aber für nicht VF-Sender sicher keine Schilder gedudelt.
Die Initiative für die Ausschilderung ging wohl Anfang der 1970er von den ARD-Sendetrn mit Einführung von ARI und auf dnen DLF zurück.
Für die Servicewellen war es willkommene Werbung. Insbesondere hr3 hat Wert auf eine etwas prägnantere Ausgestaltung mit
Radio
hr3
Frequenz
F (die Bereichskennung F konnte man auch mit "Frankfurt" assoziieren)
gelegt.
Gab aber vereinzelt auch HR 3 im üblichen Stil.
Beim BR gab es BR 3 und Bayern 3.
 

meikel1964

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Einen schönen Fall von "muss oder muss nicht" liefert derzeit Klassik Radio. Dort gab es jahrelang bundesweite Verkehrsnachrichten, diese wurden allerdings vor einiger Zeit eingestellt (über den Sinn, bundesweiten Verkehrsfunk auf einer Kette zu senden, die nur an wenigen Flecken unserer Republik auf UKW empfangen werden kann, kann man trefflich streiten). Nun gut - problematisch finde ich jetzt nur, dass via RDS immer noch die TP-Kennung gesendet wird! Wenn ich also in fremden Gefilden den TP-Suchlauf starte, bleibt das Autoradio möglicherweise bei Klassik Radio stehen, ich schalte dann stumm in dem Irrglauben "Nun werde ich ja informiert."

Das erinnert ältere Nordlichter an das erste halbe Jahr bei R.SH 1986. Dort wurde zwar die ARI-Kennung gesendet, die Meldungen aber nicht "durchgeschaltet". Hermann Stümpert - Gott hab ihn selig - hatte das damals so argumentiert: "Wenn ich an den Zeitungskiosk gehe, sage ich ja auch nicht 'Bitte die Zeitschrift XY, aber reißen Sie mir nur die Kreuzworträtsel raus, alles andere interessiert mich nicht.'"
 
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