FDP Niedersachsen will Aus für DAB+


#2
Tolle Idee. Hoffentlich zahlt mir die FDP dann auch meine Mobilfunkgebühren von dem "eingesparten" Geld. Find ich übrgens interessant wie man von den paar Kröten für DAB einen flächendeckenen 5 G Ausbau finanzieren will. Denen ist hoffentlich schon klar, dass es da um hohe zweistellige Milliardenbeträge geht?
 
Zuletzt bearbeitet:
#5
OK, DAB+ aus, aber erst ab dem Tag, an dem das Internet einigermaßen Ausfallsicher, auch ausserhalb von Ballungszentren und auch bei größeren Menschenansammlungen noch funktionstüchtig ist und die Infrastuktur duch die großen Onlinekonzerne finanziert wird. muuaaaaahhho_O;)
 
Zuletzt bearbeitet:
#7
Da muss man die Verflechtungen in Niedersachsen verstehen. Da läuft vieles über Hitradio Antenne -> AVE -> Unternehmensverbände Niedersachsen -> FDP. Es ist kein Geheimnis, dass Kai Fischer gerne als die Person in die Geschichte eingehen will, die DAB wieder zu Fall gebracht hat, er war von Anfang an der stärkste Kritiker der digitalen Terrestrik. Nur zu dumm, dass es dafür nun zu spät ist und der gute Herr auch mal auf die Nachbarländer schielen könnte und die Entwicklung in Rest-Europa.

In Hamburg gibt es seit nun gut 2 Jahren den privaten DAB Mux. Er hat keinem einzigen etablierten Sender Reichweite gekostet (die alte Befürchtung der "Platzhirsche"). Es ist eher anders, diejenigen die digital senden ohne UKW-Backup sind in großen Schwierigkeiten. Gut ist es insgesamt für die Gattung Radio, es wird einfach mehr und länger gehört.

Daher ist diese Verhinderungstaktik in Niedersachsen einfach nur dumm. Lasst doch auch Hannover, vielleicht mit Braunschweig, einen regionalen Multiplex machen, es gebe dafür genug Interessenten, wie man so hört. Bremen hat ihn ja schon und Hamburg auch. Man muss DAB ja nun wirklich nicht lieben, aber man sollte die drauf senden lassen, die das wollen, wenn Kapazitäten dafür da sind. Wie gesagt, es schadet niemandem. Mit Blockade und Verhinderung kommt man nicht weit.

Zur FDP sage ich ansonsten nichts mehr. Die ist schon längst zum eiskalten Lobbyistenkonglomerat verkommen. Und ich hatte sie mal gewählt...
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
Wenn ich das richtig gelesen habe, fordert die FDP nicht generell das Aus von DAB+, sondern lediglich das Ende der Finanzierung durch Rundfunkgebühren. Und man kann ja wirklich mal fragen, ob wir unsere so gerne und freiwillig bezahlten Gebühren eher zur Aufrechterhaltung und stetig Optimierung eines Programmangebotes eingesetzt haben wollen, oder zur künstlichen Beatmung einer Verbreitungstechnologie, die im freien Wettbewerb der Technologien sonst keine Chance hätte.
 
#10
Und man kann ja wirklich mal fragen, ob wir unsere so gerne und freiwillig bezahlten Gebühren eher zur Aufrechterhaltung und stetig Optimierung eines Programmangebotes eingesetzt haben wollen, oder zur künstlichen Beatmung einer Verbreitungstechnologie, die im freien Wettbewerb der Technologien sonst keine Chance hätte.
Sicher darf man das fragen. Hier gehen die Meiunungen inzwischen auseinander. Die einen sagen, ohne DAB könnten sich die Sender noch 30 Jahre mindestens mit Gewinnen im durch Frequenzmangel geschützten UKW Biotop suhlen. Die anderen sagen, UKW verliert und man läuft Gefahr Hörer an die Streamer zu verlieren. DAB könnte hier als schlagkräftiger digitaler Verbreitungsweg dem Radio helfen, wenn die Politik die entspr. Rahmenbedingungen schafft.

Aaaaber: Das Hauptproblem für die Privaten sind die Werbeerlöse. Point-to-Point-Verbindungen haben für Werbetreibende den Vorteil, dass sie jede Menge Daten über ihre Nutzer sammeln können. Wirtschaftlich gesehen haben die Privatsender bei der Verbreitung über DAB also auch geringere Werbeerlöse als bei Netztechnologien.

Dafür braucht man den Netzausbau, denn Radio ist ja immer noch in erster Linie ein mobiles Medium. Einen flächendeckenden Mobilfunk Ausbau in Deutschland halte ich inzwischen für Utopie, das hat mit 3G und 4G schon nicht geklappt, wie soll das mit 5G gehen? Ein DAB Netz ist schneller aufgebaut und wirtschaftlicher ist es auch.

Allerdings wage ich auch nicht den Blick in die Glaskugel. Was sich letztlich durchsetzt kann auch ich nicht final sagen. Vielleicht gibt es in 5 bis 10 Jahren ja wieder etwas ganz neues, mit dem wir heute noch gar nicht rechnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
#11
Niedersachsen gehört nach NRW zu den größten Bremsklötzen im Bereich Privatradio. Das war bei UKW so, keine lokalen Programme um die Zeitungsverleger zu schützen, der FFN hat zwar lokale Berichterstattung, die Werbung muss aber landesweit sein und bei der Einführung von lokalem DAB+ blockiert Hannover auch. Da kann man die FDP verstehen, wenn ihr das kein Spaß mehr macht. Aber als liberale Partei für Wirtschaft und Mittelstand müsste sie den Ausbau und Wettbewerb fördern. Vermutlich wollen sie es, können sich aber nicht so gut ausdrücken.
 
#12
Und man kann ja wirklich mal fragen, ob wir unsere so gerne und freiwillig bezahlten Gebühren eher zur Aufrechterhaltung und stetig Optimierung eines Programmangebotes eingesetzt haben wollen, oder zur künstlichen Beatmung einer Verbreitungstechnologie, die im freien Wettbewerb der Technologien sonst keine Chance hätte.
Es gibt doch den freien Wettbewerb der Technologien. Natürlich liegt UKW da noch vorne, da die ja auch 60 Jahre Vorsprung haben. Internetradio holt derzeit natürlich stark auf, aber hier muss und darf man auch nicht vergessen, dass es sich hier um Pay-Radio handelt und man zusätzlich zu den Schundfunkgebühren eben auch noch seinen Obulus an die Mobilufunkanbeiter zahlen muss, was ja teilweise auch deutlich mehr ist als der Rundfunkbeitrag. Ohne DAB liessen sich viele Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wie z.B. Bayern Heimat, NDR Plus oder DLF Nova gar nicht mobil empfangen, da nicht jeder immer eine Sat-Schüssel dabei hat. Weiterhin darf nicht vergessen werden, dass man DAB auch immer wieder STeine in den Weg legt. Stichwort schleppender Ausbau der DAB-Netze, Klage gegen den BM 2 oder unattraktive Senderauswahl über DAB.
 
Zuletzt bearbeitet:
#14
Und man kann ja wirklich mal fragen, ob wir unsere so gerne und freiwillig bezahlten Gebühren eher zur Aufrechterhaltung und stetig Optimierung eines Programmangebotes eingesetzt haben wollen, oder zur künstlichen Beatmung einer Verbreitungstechnologie, die im freien Wettbewerb der Technologien sonst keine Chance hätte.
Nun, das widerlegen die DAB+-Hörerzahlen in Bayern und mittlerweile auch in Berlin. Da wo ein gutes und vielfältiges Angebot an DAB-Sendern vorhanden ist, wird DAB+ selbstverständlich auch zunehmend genutzt. Da das Angebot in Niedersachsen aber vergleichsweise dünn ist, findet es dort verständlicherweise nur wenig Akzeptanz.
 
#18
Auch wenns polemisch klingt, aber eines sollte man vielleicht auch mal anmerken: Wenn es nicht hier und da die Förderung und finanzielle Unterstützung aus dem Gebührentopf gäbe, würden wir vermutlich heute noch vor 4:3-Fernsehern sitzen, die ausser Stereoton und Teletext nix können. Und gerade was die Ausstrahlung per DAB+ angeht, kommt bei so manchem Privatsender einiges an, was über verschiedenste Wege aus dem Gebührentopf stammt. Und das die analoge Verbreitung irgendwann mal abgeschaltet werden muss, sollte eigentlich allen klar sein.
Die Vernetzung per Funk und damit per Internet ist eine schöne Utopie. Und das wird sie auch bleiben! Es wird sich kein Unternehmen finden, dass bis in den letzten Winkel unserer Republik alles mit schnellem Internet ausbaut, weil es sich schlicht und ergreifend nicht rechnet. Sollte es irgendwann doch jemand tun, dann nur mithilfe irgendwelcher Steuerfördergelder. Und dann kann man vielleicht doch nochmal überlegen was nun günstiger ist, eine anständige DAB+-Infrastruktur, die sich auf kurz oder lang selbst trägt und zudem unabhängig (!) von irgendwelchen Drittanbietern ist oder eine flächendeckende Internetversorgung, die vor allem im ländlichen Raum auf ewig von irgendwelchen Subventionen abhängig ist....
 
Zuletzt bearbeitet:
#19
DAB könnte hier als schlagkräftiger digitaler Verbreitungsweg dem Radio helfen, wenn die Politik die entspr. Rahmenbedingungen schafft.
Du machst die Rechnung ohne das Volk. Der Wechsel geht doch von UKW direkt zum Stream bzw. ist bei den jungen Leuten längst Realität. Und "Stream" heißt nicht zwingend "eines der von UKW weitläufig bekannten Programme". Günstigstensfalls (für selbige) heißt es "einer der Stream-Ableger dieser Programme". Ansonsten halt irgendwas, was bislang nicht unter dem Label "Rundfunk" geführt wurde.
 
#22
Interessant. Die FDP möchte keinen Markt mit Wettbewerb. Dabei ist man doch so marktorientiert. Ach ja, auch bei Ärzten, Anwälten, Architekten und Apothekern ist man ja auch für Gebürhren- und Honorarordnungen bzw. Preisbindungen. Merke: Man ist nur für den Markt, wenn man die Vorteile des Marktes nutzen kann, wenn man aber die Annehmlichkeiten des Sozialismusses für die eigene Klientel nutzen kann, dann ist es halt auch recht...
 
#23
@Mannis Fan
DAB+-Empfänger brauchen zwar im Gegensatz zu ihren UKW-only-Kollegen mehr Strom für den Betrieb, insgesamt ist DAB aber wesentlich weniger energiehungrig. Während eine UKW-Sendeanlage ein (!) Programm mit 100 kW rausballert, schafft es DAB für mehrere Programme mit nur 10 kW das annähernd gleiche Empfangsgebiet abzudecken.
DAB+ ist tatsächlich weniger störanfällig als der Empfang per UKW. Vor allem das Rauschen beim Stereoempfang ist dort Geschichte. DAB+ kann ausserdem diverse Zusatzdienste, u.a. einen erheblich schnelleren Verkehrsservice bewerkstelligen als es Rundfunk im Allgemeinen tut.
Einziger Nachteil ist tatsächlich der Klang, was aber verbesserungsfähig wäre, wenn man es denn wollen würde. Andererseits ist aber auch bei den meisten Sendern per UKW mittlerweile der Klang dermaßen totkomprimiert, dass der Unterschied nur noch marginal ist.

Übrigens ist heute Weltradiotag:
https://www.radiobremen.de/bremenzw...rich_kueppersbusch/auf-ein-wort318-popup.html
 
Zuletzt bearbeitet:
#25
Die Partei des freien Marktes findet also, dass es schon auf UKW genug Markt im niedersächsischen Äther gibt. Warum überrascht mich das nicht.

Vielleicht bin ich blöd, aber mir ist das nicht klar. Gib mir bitte mal die zwei oder drei wichtigsten Argumente dafür.
Wenn DAB+ mal eine hohe Marktdurchdringung erreicht hat (und die Marktabschottung über UKW nicht mehr funktioniert, die ja der einzige Grund ist für die Veranstalter, an UKW festzuhalten), werden die Programme UKW freiwillig wegen der hohen Kosten räumen. Aber der aus heutiger Sicht wohl entscheidende Punkt ist, dass irgendwann einmal entweder das Band II oder das Band III zugunsten eines zukünftigen Internetstandards geräumt werden wird müssen. (passiv Futur 1 plus Modalverben im Relativsatz, hihi).
 
Oben