ANTENNE NRW - aktuelle Entwicklungen

Matrix

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Habt ihr denn schon mal Auswertungen aus Trackings der Sender bekommen? Welche Ergebnisse die Marktforschung bringt?
Ich sage Euch ein Beispiel von vor 3-4 Jahren. Ein Sender X hat mehrmals am Tag Wortbreaks von 2:30 bis 3 Minuten Länge eingeführt.
Das Ergebnis: Popularität der Moderatoren gesunken.
Die Angabe es werde zu viel geredet hat sich fast verdreifacht.
Die Hörerzahlen sanken im zweistelligen %-Bereich.
Allgemein wurde der Sender als unsympathsicher empfunden. Die Musik wurde (leicht) schlechter bewertet.
Nach 1,5 Jahren wurden diese Wortbreaks abgeschafft.
Alle Werte haben sich wieder zum Positiven verändert.
Anderes Beispiel: Antenne Bayern hatte 2022 für 8 Wochen um halb den Überraschungshit im Programm. Das waren 2000er, die normal nicht laufen. Durchaus aber bekannte Songs. Nun ja. Das sie nach 8 Wochen wieder raus mussten, zeigt, wie die Reaktion war.
Was hier verwechselt wird: man macht Programm für 100000 Hörer - und nicht für sich selbst…
 

Matrix

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@Matrix: Tja, wenn man die falschen Ursachen ausmacht, schaufelt man sich auch selbst das Grab. Radio ist das, was zwischen der Musik stattfindet. Und wenn da nix kommt...braucht es keiner mehr.
Ich denke aus jener Marktforschung damals waren die Ursachen klar ablesbar. Aber kläre mich bitte auf:
Was ist denn die Ursache, wenn Hörer sagen: Ich mag deinen Sender nicht mehr, weil da zu viel geredet und zu wenig Musik gespielt wird. Wie gehe ich als privatwirtschaftliches Unternehmen damit um, bei dem der Verlust von Hörern gleichbedeutend mit geringeren Werbeeinnahmen im kommenden Jahr ist?
 
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Sprollywood.

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Kleiner Tip: Vielleicht mal weniger Geld für Reissbrettstudien und anderen theoretischen Studentenschmarrn ausgeben und dafür mehr Geld ins Programm investieren? Wenn man Radio mit Leidenschaft und interessanten (!) Hörertalks /Interaktionen macht, spricht sich das herum und die Hörer kommen von selber. Dann kannst du auch auf teure Imagekampagnen verzichten und musst nicht das ganze Land vollplakatieren.

Bestes Beispiel damals M. J. bei der Ostseewelle morgens. Der hat sich nichts geschert um irgendwelche Beratervorgaben oder Wortanteil. Da liefen endlose Treuetests, minutenlange Hörer Call ins und es wurde auch mal Roland Kaiser oder Raumschiff Edelweiss gespielt. Der Tod für jedes Format. Aber: Damit hat er den Sender aus der völligen Bedeutungslosigkeit heraus zur Marktführerschaft geführt! Die Leute fanden es geil.

Bei der Länge der Beiträge kommt es nicht darauf an, dass diese möglichst "lang" sein müssen, sondern auf den Inhalt kommt es an. Regionalität, spannende Geschichten, Reporter vor Ort. Hörer müssen sich im Programm wieder finden können. Das sehe ich bei ANT. NRW leider nicht. Es klingt wie Antenne Bayern irgendwann Ende der 90er Jahre. Das fängt bei den Jingles an und hört beim Musikmix auf.

Radio muss überraschend, spannend und spontan klingen. ANT. NRW klingt leider nur austauschbar, beliebig und steril. Dort hat man nicht verstanden, wie frisches Regionalradio sich anhören kann und sollte. Vielleicht mal nebenan im südlichen Niedersachsen (OS, BS) reinhören, wie es besser geht!

Und mit Sicherheit (!) waren die plötzlich gestiegenen Wortanteile und die größere Rotation auch keine Bauchentscheidung, sondern auch das hat vorher "die Marktforschung" ergeben. Genauso wie 90vier auf einmal anfing Schlager zu spielen usw. Es kommt eben immer darauf an, welche Leute ich befrage. Auf solche Marktforschung kann man gut verzichten. Man sollte als Regionalsender wissen, wie seine Hörer "ticken". Das kann man aber nur, wenn man vor Ort ist. Aus der Ferne (Ismaning) geht das nicht so gut.
 
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muted

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Vielleicht mal weniger Geld für Reissbrettstudien und anderen theoretischen Studentenschmarrn ausgeben und dafür mehr Geld ins Programm investieren?

Vom Wiederholen in hoher Frequenz wird es nicht besser: Welches Management (außer komplette Dilettanten) gibt denn einfach so Investitionsmittel frei, ohne den Hauch einer Ahnung zu haben, welcher Rückfluss zu erwarten ist? Sorry, so mag man in einer Bierlaune sein privates Geld beim Glücksspiel verprassen, aber so trifft man keine grundlegenden Entscheidungen über die Ausrichtung eines Unternehmens.

Es bringt also nichts, die Marktforschung verächtlich zu machen. Man braucht sie.
 
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Onairlove

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Doch @s.matze/@Sprollywood. würde das genauso tun und seinen Sender gegen die Wand fahren. Aber er wird es einfach nicht leid es hier kund zu tun, wie man einen Sender wirtschaftlich ruiniert. Das hat auch nichts mit Meinung zu tun, sondern mit Faktenlage. Es ist einfach nur noch anstrengend hier zu lesen, seit der Typ wieder da ist.
 
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Matrix

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Wenn ich im Traumland leben würde, würde ich das Programm von Antenne NRW so gestalten.
Ab 4 Uhr eine Pre-Morning-Show rund um Schichtarbeiter und Frühaufsteher mit Call-Ins, was für Nachtschwärmer.
Ab 5 Uhr die reguläre Morning-Show mit drei oder vier Hosts
Ab 8 oder 9 Uhr eine Boutique-Sendung mit viel Call-In und meinetwegen auch Gewinnspielen
Um 12 Uhr ein politisches Magazin mit Landespolitik / News des Tages
Ab 14 Uhr die Drive-Team in Doppelmoderation
Ab 18 Uhr ein Reportageformat. Ein Thema ganz vertieft, erzählt in Workbreaks die auch mal 5-6 Minuten lang sein können.
Und abends ab 20 Uhr eine junge Musikshow mit wechselnden jungen Moderationstalenten. Ein Traum!

Die Realität:
Das Geld für die 4-Uhr-Stunde spart man sich. Ist nicht refinanzierbar.
In der Morningshow sorgen zu viele Stimmen für Verwirrung. Zudem will man nicht zu viele Personen bei sich im Schlafzimmer haben. Vor allem nicht zu viele / unbekannte Frauen.
Die Boutique-Sendung? Bloß nicht. Auf Arbeit quatscht schon Kollege X am Schreibtisch gegenüber ständig. Daher bin ich dafür den Sender einzustellen, wo wenig geredet wird. Kollege Z sieht das anders, aber wir haben uns dann auf den Sender mit wenig Wort geeinigt.
Politik im Radio? Für 98% ein Abschalter. Außer es hat ganz konkret was mit mir zu tun. Zum Beispiel 2020 die Kassenbon-Pflicht.
Ab 14 Uhr Drive-Time? Da sitze ich immer noch im Büro, Kollege X telefoniert schon wieder. Und jetzt reden sogar 2 im Radio?
Das abendliche Reportageformat: War heute genug Stress auf Arbeit, bitte überfordere mich nicht. Infos bekomme ich zudem besser, weil visuell, schon auf 42 TV-Sendern.
Und abends? Joa, Talente fördern ist immer gut. Aber leider fehlt das Budget. Wo streiche ich für ein gutes Programm um 22:30 Uhr?
 
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Sprollywood.

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Es bringt also nichts, die Marktforschung verächtlich zu machen. Man braucht sie.
Ja, wenn man keine Ahnung hat von dem was man tut und das man tut nicht liebt.
Kein Imbissbetreiber, keine Sternekoch braucht sowas. Das Produkt allein überzeugt - oder eben nicht.
Wenn es gut ist, schalten die Menschen ein. Wenn es schlecht ist, fällt es gnadenlos durch.

@ OnAirLove: ich empfehle dir damit aufzuhören, ständig andere Menschen in herablassender Manier als "Typ" zu bezeichnen. Bei Bedarf kannst du ja nochmal in den Nutzungsbedingungen nachlesen, Toleranz usw.
Du bist nicht der Mittelpunkt des Universums. Also tu bitte nicht so, als würdest du über den Dingen stehen.
 
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muted

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Kein Imbissbetreiber, keine Sternekoch braucht sowas. Das Produkt allein überzeugt - oder eben nicht.
Wenn es gut ist, schalten die Menschen ein. Wenn es schlecht ist, fällt es gnadenlos durch.

Glaub das nur und vergleiche ruhig weiter Äpfel mit Birnen. Welcher Imbissbetreiber hat Verantwortung für 100 Festangestellte + Zulieferer? Welcher Imbissbetreiber generiert mehrere Millionen Euro Umsatz pro Jahr?

Ja, wenn man keine Ahnung hat

...und davon ganz viel, dann kann man auch ganz viel Mist machen.
 

Matrix

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Der Imbiss-Vergleich ist zwar total unpassend. Aber auch dem Imbiss-Betreiber würde ich empfehlen, auf Kundenwünsche zu hören. Am Strand von Palma eignet sich eventuell Eis besser als heißer Tee. Auf dem Matterhorn hingegen vielleicht was Heißes mit Schuss anstelle von Bum-Bum-Eis.
Und wenn die Marktforschung im Karlsruher Industriegebiet ergibt, dass die Kunden die Currysoße als zu scharf empfinden, würde ich auch da rangehen.
 

Sprollywood.

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DU brauchst mir wirklich gar nichts empfehlen!
Es heißt "zu empfehlen". Du bist doch derjenige, der in herablassender Art permanent von Menschen als "Typ" spricht. Ich habe hinreichend dargelegt, warum es sinnvoll ist, in das Programm (=content) zu investieren, anstatt die geringen Werbeerllöse bis dato, irgendwelchen Agenturen und Consultingfirmen in den Schlund zu schmeißen. Die kommende MA wird mir Recht geben. Mal sehen wie kleinlaut du dann bist.
 
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Matrix

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Hey Sprollywood.; mich nervt deine aggressive Art ehrlich. Ich möchte von diesem Kleinkrieg mit anderen Usern hier nichts mehr lesen. Und ich bin eigentlich echt nicht so. Aber den nächsten Post von dir, der nur gegen andere schießt und nur am Rande etwas mit der Sache zu tun hat, werde ich melden.
Ein hohes Gut ist es auch, dass man andere Meinungen und Herangehensweisen AKZEPTIERT.
 

Sprollywood.

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Ein hohes Gut ist es auch, dass man andere Meinungen und Herangehensweisen AKZEPTIERT.
Und deren Urheber dann als "Typ(en)" verunglimpft, so wie OnAirLove dies im Verlauf der Diskussion schon mehrfach getan hat? Toleranz oder Akzeptanz ist nicht die "widerwillige Duldung" anderer Meinungen. Ich habe dazu meine Meinung.Du hast eine andere. Das heißt nicht, dass deine oder meine richtig sein muss. Es gibt nicht nur S/W. Es gibt auch eine Grauzone dazwischen. Mach von mir aus ein bisschen weniger Marktforschung und trau deinen Hörern etwas mehr zu. Das wäre mal ein Anfang. Aber seine Hörer als intellektuell überfordert anzusehen, weil der Wortanteil am Stück 2.30 übersteigt, hat nichts mit Akzeptanz zu tun. Die Hörer sind nicht debil, auch nicht bei einer Oldiewelle wie ANT.NRW.
 
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Onairlove

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Ich kann dich beruhigen. Ich konnte die Suche entsprechend bedienen und kann dir versichern, dass ich das Wort "Typ" seit meiner Anmeldung im Forum hier exakt einmal benutzt habe (siehe oben) - auch in anderen Zusammenhängen.

Und jetzt bitte wieder zurück zum Thema. Ist ja nicht auszuhalten.
 

Matrix

Benutzer
Und deren Urheber dann als "Typ(en)" verunglimpft, so wie OnAirLove dies im Verlauf der Diskussion schon mehrfach getan hat? Toleranz oder Akzeptanz ist nicht die "widerwillige Duldung" anderer Meinungen. Ich habe dazu meine Meinung.Du hast eine andere. Das heißt nicht, dass deine oder meine richtig sein muss. Es gibt nicht nur S/W. Es gibt auch eine Grauzone dazwischen. Mach von mir aus ein bisschen weniger Marktforschung und trau deinen Hörern etwas mehr zu. Das wäre mal ein Anfang. Aber seine Hörer als intellektuell überfordert anzusehen, weil der Wortanteil am Stück 2.30 übersteigt, hat nichts mit Akzeptanz zu tun. Die Hörer sind nicht debil, auch nicht bei einer Oldiewelle wie ANT.NRW.
Das sind doch alles Deutungen von dir. Was sagst du denn den Hörern, die sagen, so wollen weniger Gelaber?
Wieso denkst du, dass alle Hörer ein Programm so haben wollen wie du und ich?
 

xjs100

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Es ist ja so: eingefleischte Radiofans können oder wollen nicht einsehen, dass ihre Vorstellung von Radio nicht mit einem massentauglichen Nebenbeimedium übereinstimmen. Und ich finde das okay, denn wir sind uns alle einig: mehr Wort fänden auch wir Macher geiler. Ich bin auch Fußballfan und hasse diese Kommerzialisierung des Sports. Aber hey, ich bin Fan und muss nichts erwirtschaften. Die Realität ist halt nun mal eine andere und das liegt nicht daran, dass wir unsere Hörer für blöd halten. Lange Breaks nerven. Ist nun mal so. Das liegt auch überhaupt nicht an Spotify und Co., das war schon lange bevor der erste Streamingdienst an den Start ging der Fall.
Was ich mir in diesem Forum nicht mehr antue, sind mir diese ewigen Phrasen anzuhören, die einfach sachlich und fachlich völlig falsch sind. Und das in einem Ton, bei dem ich jedes Gespräch auf persönlicher Ebene sofort abbrechen würde. Und das hat auch nichts mit kritikunfähigkeit zu tun, wie der Kollege aus dem Krankentransport unterstellen wollte. Kritik muss sachlich bleiben und diese Sachlichkeit ist hier längst verloren gegangen.
 

Sprollywood.

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Was sagst du denn den Hörern, die sagen, so wollen weniger Gelaber?
Dagegen ist ja im Prinzip erstmal auch gar nichts einzuwenden. Aber erstens sehe ich bei Ant.NRW nun wirklich nicht, dass dort "zuviel gelabert" wird, im Gegenteil. Die Moderation die ich hören konnte hält sich sehr angenehm zurück. Es wirkt auch nicht aufdringlich. Ich empfinde das nicht als zuviel Gelaber.

Und für Menschen, die noch weniger Moderation, dafür aber ältere Musik möchten, gibt es ebenfalls genug Auswahl. Da hätten wir z.B. Radio Holiday, Nostalgie, 80S80S / 90S90S oder (falls es gänzlich unmoderiert sein soll) Absolut Oldie Classics. Nur ist die Frage, wiewenig Moderation soll es sein und was hat das noch mit klassischem Radio als informierendes+unterhaltendes Medium zu tun.

Lange Breaks nerven.
Es gibt bei ANt.NRW keine langen Modbreaks. Das ist knallhartes Formatradio und es wird penibel darauf geachtet, nicht zu viel zu sagen. Die Frage ist dabei: Hat der Moderator etwas zu erzählen, was interessant ist oder regional von Bedeutung? Darauf ziele ich ab. Es kommt nicht auf die Länge an sondern was dort gesagt wird in der Kürze der Zeit.

Übrigens: Auch im Hitmusik-Sektor gibt es Stationen, die "kein Gelaber" oder "mehr Musik" explizit bewerben, wie NRW 1 oder die Zound One-Kanäle. Im DAB NRW ist doch für jeden Etwas dabei. Ich sehe da gar nicht das Bedürfnis, noch mehr Musik und noch weniger Redaktionelles anbieten zu wollen / müssen!
 
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Sieber

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Der Unterschied zwischen Imbissbude und (DAB+) Radio, und darum geht es hier, da ANRW eines ist, ist:
Normalerweise hat das Imbissbüdchen nicht links 5-10 und rechts 7-12 weitere Imbissbuden als direkte Nachbarn. Auch wenn einige die zwar geöffnet haben, aber seit Beginn ihr Angebot entwickeln/aufbauen/testen und damit in der Wahl des Imbiss eher ausscheiden. Und kaum jemand wird vor den Imbissständen stehen und Mundpropaganda z. B. für die Nr. 3 mit dem für ihn besten Futter machen.
Es klingt wie Antenne Bayern irgendwann Ende der 90er.
Das stimmt. Und Moderatoren die, sorry, eher nach 2. Wahl klingen. Deshalb würde ich, wenn es eine Imbissbude wäre, zum Nachbarn gehen.
Und nun guten Fastfoodhunger.
 

Onairlove

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Aber erstens sehe ich bei Ant.NRW nun wirklich nicht, dass dort "zuviel gelabert" wird, im Gegenteil. Die Moderation die ich hören konnte hält sich sehr angenehm zurück. Es wirkt auch nicht aufdringlich. Ich empfinde das nicht als zuviel Gelaber.
Das ist aber total subjektiv!
Und für Menschen, die noch weniger Moderation, dafür aber ältere Musik möchten, gibt es ebenfalls genug Auswahl.
Ebenso für Menschen, die sich mehr Moderation wünschen. DLR, BR24, Bayern 2... Um nur ein paar zu nennen. Auch in NRW gibt es diese Angebote.
Im DAB NRW ist doch für jeden Etwas dabei.
Wie du schon sagst.
 
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