OLDIE ANTENNE via Satellit über Astra

96kbps / DAB+

Benutzer
Im Nachbarforum wird berichtet, dass die Oldie Antenne heute auf Satellit Astra aufgeschaltet wurde. Sehr interessant, dass das Sender 2024 noch machen. Hier die technischen Daten dazu.
 
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Bestätigung, OA wurde heute über ASTRA neu aufgeschaltet. Kennung ist "OLDIE ANTENNE".

Strategisch ist das sinnvoll. In der Provinz, wo die Versorgung des 2.BuMux löcherig ist, hat quasi jeder Haushalt Satelliten-Empfang. So kann ABY jetzt gegenüber seinen Werbekunden auf eine bundesweite Vollabdeckung der Oldie Antenne verweisen.
 
Machen sie das AAC denn wenigstens ordentlich und nicht so wie die beiden Regenbögen aus Mannheim damals?
Strategisch ist das sinnvoll. In der Provinz, wo die Versorgung des 2.BuMux löcherig ist, hat quasi jeder Haushalt Satelliten-Empfang. So kann ABY jetzt gegenüber seinen Werbekunden auf eine bundesweite Vollabdeckung der Oldie Antenne verweisen.
Nunja, aber so beliebt ist der Astra Empfang jetzt auch nicht mehr. Da wäre eine Ausstrahlung im digitalen Kabel weit sinnvoller. Nicht jeder hat eine SAT-Schüssel, dafür aber viele Leute Kabel.
Oder sie nutzen Astra um darüber auch in die Kabelnetze zu gelangen, dann würde es wieder mehr Sinn ergeben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Langfristig schon. Kostet ja auch alles zusätzlich Geld und ist ein Vorteil, den die anderen 2. BM Sender nicht haben.
 
Man sendet in AAC mit 128 kbit,die Rockantenne und Antenne Bayern mittlerweile auch.
Jep, durch diese Umstellung gibts die Sat-Ausstrahlung der Oldie Antenne zum Nulltarif.
Nunja, aber so beliebt ist der Astra Empfang jetzt auch nicht mehr. Da wäre eine Ausstrahlung im digitalen Kabel weit sinnvoller. Nicht jeder hat eine SAT-Schüssel, dafür aber viele Leute Kabel.
In den großen Kabelnetzen von Vodafone und Pyur ist die Oldie Antenne längst drinnen. Bundesweit.
Und in den deutschen Flächenländern dominiert weiterhin der Sat-Empfang. Dank schleppendem Glasfaserausbau wird sich das auch nicht so schnell ändern.
 
Dennoch muss es Gründe geben, warum sie die OA da mit aufgeschaltet haben. Ganz ohne Ambition geschieht das ja nicht. Bestimmt erhofft man sich dadurch etwas.
 
Antenne Bayern nutzt seine vorhandene Sendekapazität nun besser für sich selbst aus: vorher zwei mit 192 kbit MPEG, jetzt mit 128 kbit AAC. Es sind die drei Programme die am meisten gehört werden. Wenn man so noch zusätzlichen Platz hat für ein drittes Programm bekommt nutzt man das jetzt aus.
 
Machen sie das AAC denn wenigstens ordentlich und nicht so wie die beiden Regenbögen aus Mannheim damals?
Gerade mal reingeschaut / reingehört.

Es sind 128 kBit/s LC-AAC und der Stream ist LATM/LOAS formatiert. Regenbogen lief in 96 kBit/s LC-AAC mit völlig vermacktem Encoder und ADTS-formatiert, was viele Geräte einfach aushebelte (permanent Aussetzer, nur alle paar Sekunden kurz Datenlärm, teils Freeze, harter stromlos-Reset nötig). Das ist hier nicht der Fall.

Die Audioqualität entspricht offenbar dem, was die ARD seit 2021 auf den meisten Programmen macht. Audio geht bis ca. 15,5 kHz, genau wie bei der ARD. Man sieht hübsches Schalten in den oberen Subbändern des Quellmaterials (offenbar MP2 im Funkhaus). Klanglich ist es ABy-typisch völlig kaputt, aber das liegt nicht am Encoder, sondern am ABy-Processing. Gegenüber 192 kBit/s MP2 dürften sie sich hinsichtlich der Übertragungsstrecke qualitativ nicht verschlechtert haben, eher sogar leicht verbessert.

Um diesen Zustand zu erreichen, brauchte die ARD schon mehrere Wochen bei manchen Anstalten. ABy schafft es aus dem Stand heraus, dass es prinzipiell spielt.

Die Signalisierung ist aber etwas obskur und nicht "Technisat-kompatibel". Prompt sollen die Programme auf manchen (?) TechniSat-Geräten nicht spielen, wie hier vermeldet wird.

Das aac_type_flag steht auf 0x0. Der aac_type_descriptor fehlt damit auch. Somit wird es nichts mit TechniSat. Da muss das aac_type_flag auf 0x01 und der aac_type auf 0x03 (HE-AAC audio, stereo) gesetzt werden. Alternativ hilft wohl auch, den Stream irgendwie komplett anders zu signalisieren (irgend ein Data-Typ), das hatte die ARD anfangs versehentlich auf MDR Sachsen-Anhalt, damit spielten die AAC-tauglichen TechniSat-Geräte.

Laut DVB-Daten wird RDS als UECP in die Ancillary Data des AAC geschrieben:

Antenne Bayern - DVB-Daten.png

Wenn das nicht nach der im Januar 2022 gebastelten "QBit-Variante" gemacht wird, kann es passieren, dass Empfangsgeräte von alleine leise und laut werden oder eigene Dynamikkompression aktivieren, weil die RDS-Daten mit Dynamic-Range-Control-Daten verwechselt werden. RDS in den Ancillary Data bei AAC ist eigentlich nicht vorgesehen und soweit mir bekannt somit spezifikationswidrig. Deshalb musste damals auch der Workaround mit der Segmentierung der Daten entwickelt werden Ich gehe aber mal davon aus, dass es sich hier um Encoder von Qbit oder Ferncast handelt und die wissen das ja von der ARD.

Vistron-Kabelradios mit AAC-Update sollten also bei diesen 3 Programmen in Kabelumsetzungen RDS anzeigen. TechniSat Cablestar kann es nicht. Ob die AAC-ertüchtigten Cablestar nun stumm bleiben wegen des fehlenden aac_type_descriptors, weiß ich nicht.

Das AAC Profil sieht aber komisch aus. Eigentlich ist das 0x52 (AAC profile, level 4). Hier ist es 0x29 (Synthesis profile, level 2). Die Profile stehen in Tabelle 2-71 der ISO/IEC 13818-1. Die habe ich nicht greifbar, aber hier steht was dazu:


Die Differenz PCR-PTS beträgt bei den 3 ABy-Programmen nun ca. 64 Millisekunden. Falls man dort Qbit-Encoder hat und via ASI rausgeht, könnte das ggf. zu periodischem Knacken führen, wie es einst bei BR, NDR und RB auftrat. Muss aber nicht - ich habe mir das jetzt mal paar Minuten angetan auf einem Bemondis-Receiver, konnte keine Knacks hören - bei diesem abartigen Lärm kann man sowas aber auch nicht erkennen. Und wenn via IP rausgegangen wird aus dem Qbit-Encoderserver (so es einer ist), knackt auch bei 60 ms Differenz PCR-PTS nichts. MDR und rbb hatten soweit ich mich erinnere anfangs nur 40 ms und es lief stabil. Lust, das mal mit einer zeitlich aufwendigen Messung zu prüfen, habe ich angesichts der Bedeutungslosigkeit dieser Programme nicht.

Schauen wir doch noch mal, was im Rundfunkforum noch so geschrieben wird dazu:

"wurde neu die Oldie-Antenne in HE-AAC aufgeschaltet"

Wenn mans locker nimmt, stimmt das: LC-AAC wird bei DVB-Audio nicht extra ausgewiesen, das ist halt HE-AAC ohne SBR und mit voller Abtastrate. Aber eigentlich nennt man das, was die machen, dann doch schon LC-AAC, denn nur das ist es. Also keine "Fake-Höhen", sondern "ehrliches" Encoding bis 15,5 kHz.

"Leider genauso brachial laut und damit leicht übersteuert wie Antenne Bayern und Rock Antenne"

Die Lautheit der Programme beträgt ca. -14 ... -15 LUFS. Das ist ca. 3 LU lauter als eigentlich für Distributionslautheit vorgesehen, aber wen interessiert das schon? Die True Peak Level gehen so bis ca. -5 dBTP. Da ist technisch NICHTS übersteuert.

"Sunshine live auf demselben Transponder ist hingegen zu leise"

Sunshine Live hat momentan eine Lautheit von ca. -16 LUFS und einen True-Peak von ca. -5 dBTP. Die sind also nur ca. 1-2 LU leiser als ABy und haben mehr Dynamik.

SSL und die ABy-Programme wirken je nach momentanem Programminhalt fast gleich laut. Wenn es da dramatische Unterschiede gibt, spinnt möglicherweise das AAC-Decoding des verwendeten Receivers. Wäre nicht das erste mal, war bei der ARD auch so: mehrere dB zu hoch gepegelt decodiert.

"Was ist an diesen AAC anders?"

Wie anfangs bei der ARD auch: keine aac_type_descriptors.

"Das erinnert mich an die Regenbogen Programme. Da musste man ja selbst am PC mit DVB-S2 Karte ziemliche Verrenkungen machen um die hören zu können. Keine Ahnung ob das heute auch noch so ist oder ob die mittlerweile nachgebessert haben."

Das ist jetzt aber etwas schwach für den größten AAC-via-DVB-Fan (dieser Eindruck blieb mir aufgrund der heftigen Verteidigung der ARD-Umstellung auf inkompatibles Format): Regenbogen und Regenbogen 2 haben alsbald (Ende 2021?) ihren unbenutzbaren, Geräte aufhängenden ADTS-Murks im Abflussrohr-Sound eingestellt. Die sind gar nicht mehr auf Satellit.

"Ich verstehe das mit dem Übersteuern nicht."

Ich auch nicht - da sie nicht übersteuern. -5 dBTP ist weit von einer technischen Übersteuerung entfernt. Und -14 LUFS sind laut, aber auch nicht wirklich deutlich lauter, als inzwischen manche ARD-Anstalten auf DAB+ oder in den Streams anpeilen. Das Problem bei ABy ist deren abartiges Kampfprocessing. Aber wenn sie mit dieser Kasperbudenveranstaltung in Bayern hohe Quote generieren, sollnses doch so machen. Einen Anspruch auf hochwertige Audioqualität hat man ja nichtmal beim beitragsfinanzierten Rundfunk, wie sollte man sowas also beim Privatfunk erwarten?


Am Rande: mit der Umstellung auf AAC hat sich die Rock Antenne in meinem Heimat-Kabelnetz von UKW selbst abgeschaltet. 2 1/2 Jahre nach der ARD ist sie dort also nun auch raus.

Bei der Vodafone ist offenbar nicht auf AAC umgestellt worden, zumindest sieht ein Scan von heute Abend auf Digitalbitrate.com so aus.

So, nun ists auch wieder gut.
 
Jep, durch diese Umstellung gibts die Sat-Ausstrahlung der Oldie Antenne zum Nulltarif.
Das dürfte der Grund für die Aufschaltung sein. Mehr Hörer wird man über Astra eher nicht bekommen. Zum einen wird Radio von den meisten Sat-Zuschauern eh nicht genutzt und die die es nutzen haben sicherlich schon längst ihre Favoriten abgespeichert. Trotzdem natürlich toll, dass man die Oldie-Antenne jetzt auf (fast) allen Empfangswegen empfangen kann. Außer UKW. :p
 
Das dürfte der Grund für die Aufschaltung sein. Mehr Hörer wird man über Astra eher nicht bekommen
Dann ist es aber so relativ sinnfrei. Nur weils kostenlos ist. So ne Aufschaltubg macht man doch, weil man sich davon was erwartet/erhofft, sei es neue Zielgruppen oder Kosteneinsparung. Beides ist hier offenbar aber nicht gegeben, sie zahlen genausoviel für Astra als gesamte Antenne Bayern Group, wie vorher auch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nunja, vereinzelte "Freaks" werden sich bestimmt freuen, gerade die, die Satellit als Hauptalternative zum Internetradio sehen. Allerdings dürfte man diese Gruppe höchstens an zwei Händen abzählen können. Und dann ist da ja noch die Sache mit der AAC Kompatibilität, die ja nicht immer gegeben ist.
 
Gerade mal reingeschaut / reingehört.

Es sind 128 kBit/s LC-AAC und der Stream ist LATM/LOAS formatiert. Regenbogen lief in 96 kBit/s LC-AAC mit völlig vermacktem Encoder und ADTS-formatiert, was viele Geräte einfach aushebelte (permanent Aussetzer, nur alle paar Sekunden kurz Datenlärm, teils Freeze, harter stromlos-Reset nötig). Das ist hier nicht der Fall.

Die Audioqualität entspricht offenbar dem, was die ARD seit 2021 auf den meisten Programmen macht. Audio geht bis ca. 15,5 kHz, genau wie bei der ARD. Man sieht hübsches Schalten in den oberen Subbändern des Quellmaterials (offenbar MP2 im Funkhaus). Klanglich ist es ABy-typisch völlig kaputt, aber das liegt nicht am Encoder, sondern am ABy-Processing. Gegenüber 192 kBit/s MP2 dürften sie sich hinsichtlich der Übertragungsstrecke qualitativ nicht verschlechtert haben, eher sogar leicht verbessert.

Um diesen Zustand zu erreichen, brauchte die ARD schon mehrere Wochen bei manchen Anstalten. ABy schafft es aus dem Stand heraus, dass es prinzipiell spielt.

Die Signalisierung ist aber etwas obskur und nicht "Technisat-kompatibel". Prompt sollen die Programme auf manchen (?) TechniSat-Geräten nicht spielen, wie hier vermeldet wird.

Das aac_type_flag steht auf 0x0. Der aac_type_descriptor fehlt damit auch. Somit wird es nichts mit TechniSat. Da muss das aac_type_flag auf 0x01 und der aac_type auf 0x03 (HE-AAC audio, stereo) gesetzt werden. Alternativ hilft wohl auch, den Stream irgendwie komplett anders zu signalisieren (irgend ein Data-Typ), das hatte die ARD anfangs versehentlich auf MDR Sachsen-Anhalt, damit spielten die AAC-tauglichen TechniSat-Geräte.

Laut DVB-Daten wird RDS als UECP in die Ancillary Data des AAC geschrieben:

Anhang anzeigen 28147

Wenn das nicht nach der im Januar 2022 gebastelten "QBit-Variante" gemacht wird, kann es passieren, dass Empfangsgeräte von alleine leise und laut werden oder eigene Dynamikkompression aktivieren, weil die RDS-Daten mit Dynamic-Range-Control-Daten verwechselt werden. RDS in den Ancillary Data bei AAC ist eigentlich nicht vorgesehen und soweit mir bekannt somit spezifikationswidrig. Deshalb musste damals auch der Workaround mit der Segmentierung der Daten entwickelt werden Ich gehe aber mal davon aus, dass es sich hier um Encoder von Qbit oder Ferncast handelt und die wissen das ja von der ARD.

Vistron-Kabelradios mit AAC-Update sollten also bei diesen 3 Programmen in Kabelumsetzungen RDS anzeigen. TechniSat Cablestar kann es nicht. Ob die AAC-ertüchtigten Cablestar nun stumm bleiben wegen des fehlenden aac_type_descriptors, weiß ich nicht.

Das AAC Profil sieht aber komisch aus. Eigentlich ist das 0x52 (AAC profile, level 4). Hier ist es 0x29 (Synthesis profile, level 2). Die Profile stehen in Tabelle 2-71 der ISO/IEC 13818-1. Die habe ich nicht greifbar, aber hier steht was dazu:


Die Differenz PCR-PTS beträgt bei den 3 ABy-Programmen nun ca. 64 Millisekunden. Falls man dort Qbit-Encoder hat und via ASI rausgeht, könnte das ggf. zu periodischem Knacken führen, wie es einst bei BR, NDR und RB auftrat. Muss aber nicht - ich habe mir das jetzt mal paar Minuten angetan auf einem Bemondis-Receiver, konnte keine Knacks hören - bei diesem abartigen Lärm kann man sowas aber auch nicht erkennen. Und wenn via IP rausgegangen wird aus dem Qbit-Encoderserver (so es einer ist), knackt auch bei 60 ms Differenz PCR-PTS nichts. MDR und rbb hatten soweit ich mich erinnere anfangs nur 40 ms und es lief stabil. Lust, das mal mit einer zeitlich aufwendigen Messung zu prüfen, habe ich angesichts der Bedeutungslosigkeit dieser Programme nicht.

Schauen wir doch noch mal, was im Rundfunkforum noch so geschrieben wird dazu:

"wurde neu die Oldie-Antenne in HE-AAC aufgeschaltet"

Wenn mans locker nimmt, stimmt das: LC-AAC wird bei DVB-Audio nicht extra ausgewiesen, das ist halt HE-AAC ohne SBR und mit voller Abtastrate. Aber eigentlich nennt man das, was die machen, dann doch schon LC-AAC, denn nur das ist es. Also keine "Fake-Höhen", sondern "ehrliches" Encoding bis 15,5 kHz.

"Leider genauso brachial laut und damit leicht übersteuert wie Antenne Bayern und Rock Antenne"

Die Lautheit der Programme beträgt ca. -14 ... -15 LUFS. Das ist ca. 3 LU lauter als eigentlich für Distributionslautheit vorgesehen, aber wen interessiert das schon? Die True Peak Level gehen so bis ca. -5 dBTP. Da ist technisch NICHTS übersteuert.

"Sunshine live auf demselben Transponder ist hingegen zu leise"

Sunshine Live hat momentan eine Lautheit von ca. -16 LUFS und einen True-Peak von ca. -5 dBTP. Die sind also nur ca. 1-2 LU leiser als ABy und haben mehr Dynamik.

SSL und die ABy-Programme wirken je nach momentanem Programminhalt fast gleich laut. Wenn es da dramatische Unterschiede gibt, spinnt möglicherweise das AAC-Decoding des verwendeten Receivers. Wäre nicht das erste mal, war bei der ARD auch so: mehrere dB zu hoch gepegelt decodiert.

"Was ist an diesen AAC anders?"

Wie anfangs bei der ARD auch: keine aac_type_descriptors.

"Das erinnert mich an die Regenbogen Programme. Da musste man ja selbst am PC mit DVB-S2 Karte ziemliche Verrenkungen machen um die hören zu können. Keine Ahnung ob das heute auch noch so ist oder ob die mittlerweile nachgebessert haben."

Das ist jetzt aber etwas schwach für den größten AAC-via-DVB-Fan (dieser Eindruck blieb mir aufgrund der heftigen Verteidigung der ARD-Umstellung auf inkompatibles Format): Regenbogen und Regenbogen 2 haben alsbald (Ende 2021?) ihren unbenutzbaren, Geräte aufhängenden ADTS-Murks im Abflussrohr-Sound eingestellt. Die sind gar nicht mehr auf Satellit.

"Ich verstehe das mit dem Übersteuern nicht."

Ich auch nicht - da sie nicht übersteuern. -5 dBTP ist weit von einer technischen Übersteuerung entfernt. Und -14 LUFS sind laut, aber auch nicht wirklich deutlich lauter, als inzwischen manche ARD-Anstalten auf DAB+ oder in den Streams anpeilen. Das Problem bei ABy ist deren abartiges Kampfprocessing. Aber wenn sie mit dieser Kasperbudenveranstaltung in Bayern hohe Quote generieren, sollnses doch so machen. Einen Anspruch auf hochwertige Audioqualität hat man ja nichtmal beim beitragsfinanzierten Rundfunk, wie sollte man sowas also beim Privatfunk erwarten?


Am Rande: mit der Umstellung auf AAC hat sich die Rock Antenne in meinem Heimat-Kabelnetz von UKW selbst abgeschaltet. 2 1/2 Jahre nach der ARD ist sie dort also nun auch raus.

Bei der Vodafone ist offenbar nicht auf AAC umgestellt worden, zumindest sieht ein Scan von heute Abend auf Digitalbitrate.com so aus.

So, nun ists auch wieder gut.
Danke für die ausführliche Analyse. Wir haben bereits mit Qbit gesprochen. Es handelt sich um zwei Qbit Q561 mit ASI Zuführung zu SES. Ich poste hier normalerweise nichts und lese nur mit. Aber in diesem Fall, danke für die Zusammenfassung und Messungen, das erspart auch Qbit, Recherchen und Testing. Grüße aus Ismaning, Tom
 
Hallo Tom, bitte, gerne. Aber Vorsicht: Amateur hier, nix Profi.

Den Q561 hatte ich für den Job gar nicht auf dem Schirm, ich hatte an den Q8V gedacht. Da gab es anfangs Probleme, wenn man mit ASI raus ist. Das führte bei einigen ARD-Anstalten zum periodischen Knacken (ca. 1 mal je Minute) mit den Geräten des bayerischen Herstellers LaSAT/Bemondis. Das sind u.a. die mit den DVB-Kabelradios der Marke "Vistron" (VT855, VT855N, VDR100, VDR110). Aber auch deren Sat- und Kabel-TV-Receiver waren betroffen. Beim Knack wurde immer eine exakt gleiche Anzahl an sinnfreien Samples ins Audio eingefügt. Schnitt man diese Samples aus einem S/PDIF-Mitschnitt raus, erhielt man das vollständige, exakt decodierte Soll-Audio.

Andere Fabrikate knackten auch, z.B. ein älterer Panasonic-TV (Baujahr 2010) und ein sackteurer Messkoffer für DVB-/ASI-/UKW-/DAB-/DOCSIS-Analyse. Wieder andere Geräte drehten messbar permanent panisch an der Ausspielgeschwindigkeit, u.a. ein von mir kurz gecheckter Grundig-TV von 2014 und manche Linux-basierten Geräte.

Nach Verdreifachen der Differenz PCR-PTS (also Verdreifachen des Pufferfüllstandes im Receiver) von ca. 40 auf ca. 120 ms war das Problem mit den Vistron-Geräten nachweislich vollständig weg. Ein Linux-Receiver, von dem ich nochmal einen Mitschnitt bekam, regelte nun deutlich seltener an der Ausspielgeschwindigkeit.

Der Q561 ist ja nun was ganz anderes. Ich gehe also mal davon aus, dass der bei ASI-Output diese Effekte nicht hat. Auch nicht bei nur 60 ms Differenz PCR-PTS. Mit der Differenz hat das nämlich nicht zwangsweise zu tun: die Programme von MDR und RBB, bei denen soweit mir bekannt nicht mit ASI aus dem Q8V gegangen wird, knackten nämlich auch bei 40 ms nicht.

Wenn ihr mit Optimieren fertig seid, kann ich dann doch gerne nochmal schauen, ob die Vistron-Geräte knackfrei decodieren. Dazu müsste ich am S/PDIF mitschneiden und parallel den Transportstrom aufzeichnen und später in Software decodieren. Beide Decodings (Receiver intern -> S/PDIF und via Software offline vom File) müssen auch über Stunden absolut samplesynchron laufen. Ist bissl Aufwand (vor allem zeitlich), aber machbar.
 
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Hallo Tom, bitte, gerne. Aber Vorsicht: Amateur hier, nix Profi.

Den Q561 hatte ich für den Job gar nicht auf dem Schirm, ich hatte an den Q8V gedacht. Da gab es anfangs Probleme, wenn man mit ASI raus ist. Das führte bei einigen ARD-Anstalten zum periodischen Knacken (ca. 1 mal je Minute) mit den Geräten des bayerischen Herstellers LaSAT/Bemondis. Das sind u.a. die mit den DVB-Kabelradios der Marke "Vistron" (VT855, VT855N, VDR100, VDR110). Aber auch deren Sat- und Kabel-TV-Receiver waren betroffen. Beim Knack wurde immer eine exakt gleiche Anzahl an sinnfreien Samples ins Audio eingefügt. Schnitt man diese Samples aus einem S/PDIF-Mitschnitt raus, erhielt man das vollständige, exakt decodierte Soll-Audio.

Andere Fabrikate knackten auch, z.B. ein älterer Panasonic-TV (Baujahr 2010) und ein sackteurer Messkoffer für DVB-/ASI-/UKW-/DAB-/DOCSIS-Analyse. Wieder andere Geräte drehten messbar permanent panisch an der Ausspielgeschwindigkeit, u.a. ein von mir kurz gecheckter Grundig-TV von 2014 und manche Linux-basierten Geräte.

Nach Verdreifachen der Differenz PCR-PTS (also Verdreifachen des Pufferfüllstandes im Receiver) von ca. 40 auf ca. 120 ms war das Problem mit den Vistron-Geräten nachweislich vollständig weg. Ein Linux-Receiver, von dem ich nochmal einen Mitschnitt bekam, regelte nun deutlich seltener an der Ausspielgeschwindigkeit.

Der Q561 ist ja nun was ganz anderes. Ich gehe also mal davon aus, dass der bei ASI-Output diese Effekte nicht hat. Auch nicht bei nur 60 ms Differenz PCR-PTS. Mit der Differenz hat das nämlich nicht zwangsweise zu tun: die Programme von MDR und RBB, bei denen soweit mir bekannt nicht mit ASI aus dem Q8V gegangen wird, knackten nämlich auch bei 40 ms nicht.

Wenn ihr mit Optimieren fertig seid, kann ich dann doch gerne nochmal schauen, ob die Vistron-Geräte knackfrei decodieren. Dazu müsste ich am S/PDIF mitschneiden und parallel den Transportstrom aufzeichnen und später in Software decodieren. Beide Decodings (Receiver intern -> S/PDIF und via Software offline vom File) müssen auch über Stunden absolut samplesynchron laufen. Ist bissl Aufwand (vor allem zeitlich), aber machbar.
Danke. Das wäre tatsächlich perfekt. Ich baue morgen unseren Backup Q561 um. Da muss noch eine Platine für die Oldie Antenne rein und dann zwei Firmwareupgrades und dann die FPGAs burnen. Ich denke die Jungs von Qbit, die ab Montag wieder verfügbar sind, können mit Deinen Infos eine neue Firmware bauen, die wir dann auf dem Backupgerät testen können. Ich verabschiede mich ab Samstag für eine Woche in den Urlaub und gehe davon aus, dass wir in der ersten Juni Woche einen Test fahren können. Deine Einschätzungen mit Technisat sind goldrichtig. Wir haben hier schon einige Hörermails dazu.
Ich denke, wir kriegen die Rest-Probleme zeitnah in den Griff. Beste Grüße, Tom
 
Ich denke die Jungs von Qbit, die ab Montag wieder verfügbar sind, können mit Deinen Infos eine neue Firmware bauen
Kann man die Descriptoren, die im Transportstrom fehlen, nicht über eine Konfiguration unter der aktuellen Firmware hinzufügen bzw. ändern? Leider sind keine Handbücher greifbar bei Qbit.

aac_type_flag auf 0x01
aac_type auf 0x03
profile_and_level 0x52 (wobei ich da nicht weiß, was passiert, wenn man die 0x29 eingetragen hat)


Wir haben hier schon einige Hörermails dazu.
Den TechniSat-Betroffenen bei euch könntet ihr grob an die Hand geben: wenn sie ARD-Radio (z.B. die BR-Programme) mit Ton spielen können, werden sie wohl auch bald wieder ABy spielen können. Wenn von den ARD-Radioprogrammen nur NDR Kultur spielt (das ist nämlich kein AAC, sondern als einziges AC-3), dann siehts eher schlecht aus.

TechniSat hatte damals auch eine Kompatibilitätsliste gemacht - für die ARD, aber das gleiche gilt bei korrekt gesetzten Descriptoren auch für euch:


Wenn im lokalen Kabelnetz ABy 1:1 von Satellit übernommen wird und ein digitales Kabelradio stumm bleibt, ist es noch nicht auf AAC aufgerüstet. Das betrifft die Geräte bis ca. Ende 2021.

TechniSat Cablestar 100 (Art.-Nr. 0000/3915): Upgrade käuflich erwerbbar

TechniSat Cablestar 400: Upgrade kostenfrei ladbar

Vistron VT855N: Upgrade käuflich erwerbbar

Vistron VDR100 / VDR110 (und vermutlich auch VT855 ohne "N" - müsste die gleiche sein, zur Sicherheit aber erfragen!): Upgrade käuflich erwerbbar

Weitere Geräte von diesem Hersteller (HDTV-Receiver) mit einer dieser beiden Fernbedienungen
lassen sich, wenn sie kein AAC-Radio spielen, großteils auch aufrüsten, sogar kostenlos. Falls jemand mit sowas kommt, helfe ich gern mit nem Link und Infos weiter.



Und Herr Bläsi weiß ganz genau, was nötig ist, damit es spielt. Er hats auf die harte Tour für die ARD absolvieren müssen. Inkl. des RDS, das die Receiver/Fernseher bei AAC in die Irre führen kann.
 
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