Wie war WDR 1?


Funkbude

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AW: Wie war WDR 1?

In der Flipp-Zeit tauchten durchaus noch mainstreamtaugliche Titel auf.

Das ist richtig, allerdings nicht unbedingt schon 1986nach dem Senderwechsel zu WDR 1. Die Sendung wurde im Laufe der Jahre etwas mainstreamiger und es gab am Freitag gelegentlich auch eine Wunschsendung innerhalb der Flippzeit, die nicht unbedingt nur Musik abseits des Mainstreams brachte. Da war die Popsession schon mal spezieller.

Du brachtest aber auch einen Punkt recht schön hervor. Das Problem mit den Wortsendungen bzw. den Programmen die zu der recht jugendlichen Schiene so überhaupt nicht passten.
Der Schulfunk war da sicher noch das kleinere Problem, wie auch die Sendung Echo West. Nur konnte es einem schon einmal passieren, das man in der "Musikszene West" mittags lupenreine Klassik serviert bekommen hat, während es anschließend in den Hitchips aktuelle Charthits gab. Die Sendung Zeitfunk durfte da anfangs auch noch zwischen funken und wurde später als "AJour" auf WDR 3 verlegt.

Ich denke, das der WDR damals durchaus Pionierarbeit in Sachen echtes Jugendradio geleistet hat. Denn vergleichbare Sendungen gab es auf anderen Wellen der ARD nur bedingt. Das Konzept war allerdings nicht schlüssig genug um vernünftig zu funktionieren.
Hätte man bereits 1986 das Echo West,die Sportsendungen,die Wortstrecken wie auch die Regionalprogramme auf andere Wellen verteilt, wer weis was aus WDR 1 bereits damals geworden wäre.

@Radioecki

Wenn man in Berlin und Köln nicht immer so engstirnig wäre und das 2. Programm besser für die in beiden Wellen durchaus vorhandenen Musikprogramme nutzt, wäre vielen schön geholfen.
 

oliver21

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AW: Wie war WDR 1?

Der Schulfunk war da sicher noch das kleinere Problem, wie auch die Sendung Echo West. Nur konnte es einem schon einmal passieren, das man in der "Musikszene West" mittags lupenreine Klassik serviert bekommen hat, während es anschließend in den Hitchips aktuelle Charthits gab. Die Sendung Zeitfunk durfte da anfangs auch noch zwischen funken und wurde später als "AJour" auf WDR 3 verlegt.

Ich denke, das der WDR damals durchaus Pionierarbeit in Sachen echtes Jugendradio geleistet hat. Denn vergleichbare Sendungen gab es auf anderen Wellen der ARD nur bedingt. Das Konzept war allerdings nicht schlüssig genug um vernünftig zu funktionieren.
Hätte man bereits 1986 das Echo West,die Sportsendungen,die Wortstrecken wie auch die Regionalprogramme auf andere Wellen verteilt, wer weis was aus WDR 1 bereits damals geworden wäre.

Da könntest Du recht haben! Der WDR hat ohnehin zu spät reagiert, denn im Umland waren Sender wie hr3, SWF3 und RPR schon da, als man in Köln 1986 begann zu refomieren... Man hatte nicht agiert, sondern reagiert - genau wie 1991 auch.
Aber der WDR schien immer relativ bewegungsarm... Eine Sendung wie das "Zeitzeichen" hätte schon spätestens 1995 ins 3. bzw. 5. WDR-Programm verschoben werden müssen und auch eine reine Wortsendung wie die "Berichte von heute" muss nicht zwingend auf WDR 2 gesendet werden, die übrigen WDR-Wellen sind ebenso in NRW empfangbar... :(
 
AW: Wie war WDR 1?

Mit dem "Klein-Relaunch" von WDR 2 1994 oder 1995 (bin mir jetzt nicht sicher, ob WDR 2 zum Start von Eins Live oder vorher schon ein bisschen "aufgefrischt" wurde) wurde die Sendung "Zeitzeichen" von 9:05 auf 19:05 Uhr verschoben und zur ursprünglichen Zeit auf WDR 5 gesendet. Sie lief also - ähnlich wie die "Berichte von heute" - auf zwei WDR-Wellen, nur nicht zur gleichen Zeit.
 

oliver21

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AW: Wie war WDR 1?

Endgültig aus dem WDR 2-Programm "verschwunden" ist das Zeitzeichen - wenn ich mich nicht irre - um die Jahreswende 98/99.

Da auch WDR 5 die "Berichte von heute" überträgt, dürfte es wohl noch ein paar Jahre dauern, ehe diese auch aus dem WDR 2-Programm verschwinden. ;)

Dass WDR 2 ein wenig aufgefrischt wurde stimmt nur bedingt, denn schließlich übertrug WDR 1 von 1991 - Ende März 1995 die ARD-Popnacht, während auf WDR 2 noch der Nachtexpreß durchs Programm schluffte...
 
AW: Wie war WDR 1?

Dann wird das wohl doch mit der Umstellung von WDR 1 auf Eins Live parallel gelaufen sein. Jedenfalls bekam WDR 2 dann ein neues On-Air-Design sowie die Sendungen "Westzeit" und "Montalk".
 

oliver21

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AW: Wie war WDR 1?

Dann wird das wohl doch mit der Umstellung von WDR 1 auf Eins Live parallel gelaufen sein. Jedenfalls bekam WDR 2 dann ein neues On-Air-Design sowie die Sendungen "Westzeit" und "Montalk".

Stimmt, das war als Gesamtkonzept zum Jahreswechsel 94/95. Damals bekam der WDR insgesamt ein neues Design: das Senderlogo änderte sich und die jeweiligen Sender erhielten ihre teilweise heute nich gültigen Claims: WDR. Mehr Hören, mehr Sehen; WDR 2. Der Sender; WDR 3 Das Kulturereignis, WDR 4 Schönes bleibt etc.
PS: Auch das erfolgreiche Yesterday-Quiz starte im Januar 1995; Einslive folgte erst im April. (EINS LIVE macht hörig) ;)
 

Funkbude

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AW: Wie war WDR 1?

Aber der WDR schien immer relativ bewegungsarm... Eine Sendung wie das "Zeitzeichen" hätte schon spätestens 1995 ins 3. bzw. 5. WDR-Programm verschoben werden müssen und auch eine reine Wortsendung wie die "Berichte von heute" muss nicht zwingend auf WDR 2 gesendet werden, die übrigen WDR-Wellen sind ebenso in NRW empfangbar... :(

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch an die bekannten WDR 2 Jingles erinnern welche in den Siebzigern aufgenommen und bis weit in die Neunziger noch eingesetzt wurden. Dieser Orchester bzw. Big Band Sound "staubte" von Jahr zu Jahr immer mehr ohne das er den Weg in die Mottenkiste fand. Dagegen klang der Opener zur "Freien Fahrt ins Wochenende" richtig frisch, obwohl das Teil im heute wieder coolen 60/70 Beat-Sound eingespielt wurde.

Hierzu sei auch dieser Link empfohlen:Klick
 

Radioecki

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AW: Wie war WDR 1?

Da könntest Du recht haben! Der WDR hat ohnehin zu spät reagiert, denn im Umland waren Sender wie hr3, SWF3 und RPR schon da, als man in Köln 1986 begann zu refomieren... Man hatte nicht agiert, sondern reagiert - genau wie 1991 auch.
Aber der WDR schien immer relativ bewegungsarm...(

Einen Grund dafür könnte man vielleicht auch bei dem damaligen WDR-Hörfunkchef (1974 bis 1993) Manfred Jenke sehen. Dieser war wohl ein erklärter Gegner des reinen Jugend-Radios. Bei der WDR 2-Programmreform Jahreswechsel 1980/81 kippte er die legendäre "Radiothek" aus dem Programm mit der Begründung (so war es damals im "Spiegel" zu lesen), "daß die 'Radiothek' eine Jungendsendung wäre, die sich 'zu sehr nur an Jugendliche wendet' (!!!). Er formte gerade den WDR 2 sehr nach seinen Vorstellungen um, tagsüber monotone Berichterstattung mit Pop-Musik und ab 20 Uhr Spezialmusik-Sendungen nach dem Geschmack des damaligen WDR-Musikchefs Rudolf Heinemann. Welches die Hörer dann immer mehr mit woanders reinhören (SWF 3, NDR 2, HR 3 etc.) belohnten. So sah man sich dann 1986 zum Handeln gezwungen. Der alte WDR 1 kann vielleicht als ein Vorarbeiter zum heutigen Jugendradio gesehen werden, den eigentlichen Startschuß der heute bei den ARD-Sendern bekannten Jugendwellen gab 1994 der NDR mit N-Joy, und um da nicht nachzuhinken, gestaltete der WDR 1995 den WDR 1 in Eins Live um!
 
AW: Wie war WDR 1?

Der alte WDR 1 kann vielleicht als ein Vorarbeiter zum heutigen Jugendradio gesehen werden, den eigentlichen Startschuß der heute bei den ARD-Sendern bekannten Jugendwellen gab 1994 der NDR mit N-Joy, und um da nicht nachzuhinken, gestaltete der WDR 1995 den WDR 1 in Eins Live um!

So ist es. N-Joy Radio war zu der Zeit sehr erfolgreich. Der WDR wollte anschließend auch eine vergleichbare Welle anbieten. Allerdings war die Zielgruppe ein bisschen breiter ausgelegt. So sollten auch junge Erwachsene (bis 29, evtl. auch älter) angesprochen werden. Dies merkte man am etwas ruhigeren On-Air-Design sowie auch an den 80er-Jahre-Titeln, die regelmäßig im Programm auftauchten.

Die Rotation ging bei N-Joy bis ca. 1988 zurück (z. B. lief Roger mit "I Want To Be Your Man" regelmäßig beim Jugendsender des NDR, nachts ging man auch schon bis 1984 zurück und spielte u. a. Prince mit "Purple Rain"). Bei Eins Live waren die frühen 80er-Jahre bis 1997 noch Standard (u. a. lief "Girls Just Wanna Have Fun" regelmäßig bei letztgenanntem Sender).
 

fnoopy

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AW: Wie war WDR 1?

Hallo! Kann sich jemand an die sendung nightclub erinnern?
Freitags ab 22 uhr auf WDR1 1988/89?
Weiß jemand wie die moderaratorin hieß?
Gengre: Elektronische Musik/ Chicago House/ Dance

Sie stellte platten aus den USA vor.

Gruß Fnoopy
 

StudioB

Gesperrter Benutzer
AW: Wie war WDR 1?

@fnoopy
Na klar! Das ganze trug aber den Arbeitstitel "Disco Night" und war zunächst Samstags von 22 Uhr bis 24 Uhr auf WDR 1 zu hören. Später wurde die Zeit auf 4 Stunden, sprich, von 20 Uhr bis 24 Uhr ausgedehnt. Moderiert wurde die Show von Antonia Langsdorf, Robert Treutel und in den Anfängen auch von Achim Preikschat. Ich meine auch mal Stephan Laack gehört zu haben.
Die Sendung war ein absolutes Flagschiff, was damals Garage/Acidhouse Geschichten anging.
Nicht zu verwechseln mit der Sendung "Schwingungen" die Winfried Trenkler moderierte. Diese lief unter der Woche von 22 Uhr bis 24 Uhr. (Donnerstags, Freitags?)

Hier auch wieder sehr schön zu sehen, wie die damalige Vielfalt auf WDR 1 aussah. Wo am späten Samstagabend noch elektronisches zu hören war, konnte am Sonntagmorgen dem Gottesdienst, der Matinee und dem Presseclub gelauscht werden.
 

Radioecki

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AW: Wie war WDR 1?

Auch Ken Janz und Petra Müller haben die Disco Night moderiert. Einmal konnte man sogar Zeuge einer sogar im Radio wirklich seltenen total mißglückten Debütsendung eines "Disc-Jockey" werden: ein junger Hänfling, dessen Namen ich mir natürlich nicht gemerkt habe und von den man danach auch verständlicherweise nichts mehr gehört hat, der es irgendwie geschafft hat, den WDR dazu zu bringen, eine Disco Night-Sendung machen zu dürfen, weil er sich wahrscheinlich für einen Super-DJ hielt, ja der arme Kerl war so von seiner Nervösität überwältigt, daß es eine Gnade nicht nur für ihn war, als die Sendung endlich vorüber war. Er verhaspelte sich ständig bei seinem Schnell-Sprechen, war dabei meist viel zu weit weg vom Mikro, so daß er viel zu leise klang, drückte ständig falsche Knöpfe usw.

So erfolgreich die Disco-Night wohl auch war, sie wurde irgendwann Anfang der neunziger trotzdem aus dem Programm gekippt. Ich glaube, es war Antonia Langsdorf, die die letzte Sendung fuhr und zum Schluß beim Abmoderieren deutlich enttäuscht sagte: "Vielleicht finde ich ja einen anderen Sender, wo ich meine Disco Sounds weiter fahren kann..."
 

StudioB

Gesperrter Benutzer
AW: Wie war WDR 1?

Stimmt, Petra Müller und Ken Janz waren auch dabei. Die sind völlig an mir vorbeigegangen.:D Ken Janz, sowie Achim Preikschat, moderierten aber glaube ich nicht mehr, als das Format 87/88 vierstündig wurde. Zu der DJ Anekdote habe ich noch eine Livesendung der Disco Night, aus dem Bochumer Tarm Center im Kopf. Hier versuchten Treutel und Laack verzweifelt Stimmung in die Menge zu bringen. So richtig gelang es ihnen nicht, was definitiv weniger an den beiden Moderatoren lag, aber eher, dass es für einen Discobesuch um 22 Uhr noch recht früh war und sich nur wenige eingefunden hatten. "Macht doch mal wuuuh, kann ich mal ein wuuuh von euch haben", versuchte Treutel die Menge verzweifelt wach zu rütteln. Danach gab es lange keine Livesendung mehr aus einer Clubdiskothek.
War auf jedenfall ein tolles und eines der ersten Formate, die diese Art von Musik in Deutschland, gemixt an 2 Plattentellern, noch vor der hr3 Clubnight bzw. RPR1 Maximal, vorstellten. Ich hätte diese Show gerne länger gehört. Schade das es dieses Format nicht ganz bis zum 91er WDR 1 Relaunch geschafft hat. Die Nachfolgesendung "Aber hallo", konnte der Disco Night nur bedingt das Wasser reichen. Die "Alan Bangs Connection", die dann gegen 22 Uhr dran war, erreichte mich da schon ein wenig mehr. Es fehlte aber dieses Samstagabendfeeling, was die Disco Night entsprechend besser rüberbrachte.
 

oliver21

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AW: Wie war WDR 1?

Hier auch wieder sehr schön zu sehen, wie die damalige Vielfalt auf WDR 1 aussah. Wo am späten Samstagabend noch elektronisches zu hören war, konnte am Sonntagmorgen dem Gottesdienst, der Matinee und dem Presseclub gelauscht werden.

Fraglich ist nur, ob das heute noch machbar bzw. hörbar wäre...
 

StudioB

Gesperrter Benutzer
AW: Wie war WDR 1?

So eine bunte Auswahl ist bestimmt auch heute noch möglich. Ich denke da zum einen an Couleur3/FM4 aus der Schweiz/Österreich, aber auch an Wellen wie NDR Info oder Funkhaus Europa, die zwar viel Wort, aber auch ein ähnlich spezielles Musikangebot im Programm haben.
Schöner wäre es natürlich gewesen, wenn damals einige der alten WDR 1 Sendungen, in das WDR 5 Programm, oder in das WDR 2 Abendprogramm integriert worden wären. Ich denke da z.B. an "Hier Funkt's" oder vielleicht auch an die "US Top 40". Einige Formate wurden aber auch unter veränderten Namen auf Einslive fortgeführt (Heimatkult, Domian etc.).
Zumindest eine grosse Unterschriftenaktion gegen Einslive gab es damals in der Gemeinde Verl, unweit des WDR Senders Teutoburger Wald, dort wo "fnoopy" zuhause ist. Ich weiss nicht mehr wie viele sich damals eingetragen haben, aber das ganze Papierstück war Ellen-Ellen-Ellenlang.
 

oliver21

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AW: Wie war WDR 1?

Zumindest eine grosse Unterschriftenaktion gegen Einslive gab es damals in der Gemeinde Verl, unweit des WDR Senders Teutoburger Wald, dort wo "fnoopy" zuhause ist. Ich weiss nicht mehr wie viele sich damals eingetragen haben, aber das ganze Papierstück war Ellen-Ellen-Ellenlang.

Schade, dass diese Unterschriftenaktion nichts wirklich verhindern konnte... :(
Aber ich stimme Dir insofern zu, als man einige Sendungen durchaus hätte beibehalten können - zumal Sendungen wie die "US-TOP-40" oder "London Calling" doch ideal ins Einslive-Programm gepasst hätten. Schade auch, dass man einen Wolfgang Roth - die Stimme der Schlagerrallye - hat ziehen lassen! Er hätte evtl. nicht unbedingt ins jugendlich-getrimmte Einslive gepasst, aber sicherlich seinen Platz auf WDR 2 verdient gehabt!
 

StudioB

Gesperrter Benutzer
AW: Wie war WDR 1?

Wie man heute unschwer erkennen kann, war die Unterschriftenaktion mehr oder weniger für die Katz.:mad: Neben Wolfgang Roth ist es auch um Dave Coleman schade. Für ihn würde sich ebenfalls WDR 2 anbieten. Um nochmal darauf zurückzukommen, ob so ein Programm wie WDR 1 heute machbar/hörbar wäre, waren die genannten Wellen FM4, oder auch NDR Info, von mir nur als annähernd ähnelnde bunte Programme gedacht.
Wer wissen will wie das WDR 1 Programm nun war, dem würde ich aktuell den späten Sonntagmorgen auf WDR 5 / NDR Info Empfehlen. Das ist ein ungefähres Abbild des alten WDR 1 Sonntags. Ein komplett EXAKTES Angebot des 1. Programms, mit allen Sendungen und Themen, so wie es damals war, wird es heute in dieser Form nicht mehr geben. Da bleibt, wie beschrieben, nur der Verweis auf die entsprechenden Wort- oder Jugendspartenprogramme. Aber so schräg WDR 1 auch war, die Macher freuten sich über das neue Format Einslive um so mehr. Das ganze war für die meisten noch schräger, neuer, frischer und eben anders. Auch wenn einige der alten WDR 1 Hörer auf der Strecke blieben.
Hier noch ein paar Bilder des Studio 11, allerdings schon zur Einslive Zeit um 1996, Anfang 1997:
Studio 11
Studio 11
 

Bend It

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AW: Wie war WDR 1?

Hier ein WDR 1 Programm vom Samstag den 23. November 1968, in der Zeit von 16:00 Uhr bis 01:00 Uhr:

16:05 - Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester
Doppelkonzert für zwei Streichorchester, u.a.
17:00 - Nachrichten, Wetterbericht
17:05 - Unterhaltung am Wochenende
Schlager, Jazz, Chansons, Kabarett und Feuilleton
18:30 - Echo des Tages
18:55 - Glocken und Chor
19:00 - Nachrichten, Wetterbericht
19:10 - Thema der Woche
Es spricht: Peter Coulmas
19:20 - Sportmeldungen
19:30 - Chansons aus Holland und Frankreich
(Belle), (van der Muelen), (Waelrant), u.a.
Der Niederländische Kammerchor, Leitung: Felix de Nobel
20:00 - Das Interpreten-Portrait
Der Dirigent Karl Böhm,
mit Musik von Mozart, Wagner, Strauss, u.a.
22:00 - Nachrichten, Wetterbericht
22:05 - Soll und Haben
Es spricht: Hans Otto Wesemann
22:15 - Da ist man sprachlos
Ein heiteres Rededuell zwischen Köln und Berlin mit prominenten Gästen -
Spielleiter: Hans Rosenthal
22:45 - Tänzerische Miniaturen
La Montanara, Habagoto, u.a.
23:00 - Nachrichten, Wetterbericht
23:05 - Wochenend und Tanzmusik
Black Out/Ich küsse ihre Hand/Charleston/Bunter Luftballon u.a.
24:00 - Nachrichten, Wetterbericht
00:05 - Ost-West-Forum
00:10 - Aus der Discothek des Doctor Jazz
Jahresringe des Jazz, Seitenlinien des Blues
Manuskript und Zusammenstellung: Dietrich Schulz Köhn
00:35 - Zwischen Mitternacht und Morgen
Romanze in Moll u.a.
01:00 - Seewetterbericht. Anschl.
Musik bis zum frühen Morgen vom Südwestfunk.
Dazwischen: Nachrichten

(Quelle: Hör Zu 47/1968)
 

fotoralf

Gesperrter Benutzer
AW: Wie war WDR 1?

Schon interessant. Hast Du mal das Programm eines ganz normalen Wochentags aus dieser Zeit? Mit fallen dazu solche Begriffe wie "Landfunk", "Kirchenfunk" und "Frauenfunk" ein.

Ralf
 

Bend It

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AW: Wie war WDR 1?

Ja, habe ich. :) WDR 1 vom Dienstag den 21. Januar 1969 in der Zeit von 5:55 Uhr bis 13:00 Uhr:

5:55 - Ansage, Choral
6:00 - Nachrichten, Wetterbericht
6:05 - Deutsche Fragen
6:10 - Musik am Morgen (keine Angaben über die Musik)
6:50 - Programmhinweise
6:55 - Morgenandacht
Pastor Hans Mohn, Hamburg
7:00 - Nachrichten, Wetter- und Straßenzustandsbericht
7:10 - Ost-West - aktuell
7:15 - Klingender Morgengruß (keine Angaben über die Musik)
7:55 - Wasserstände
8:00 - Nachrichten, Wetterbericht
8:10 - Musikalisches Mosaik
Concerto g-moll, op 8 Nr.6 (Torelli)
Sonata Nr. 5 D-dur für Trompete, Violoncello, Streicher und Basso continuo (Jaccchini)
usw.
8:45 - Für die Frau
Gesundheitszentren - Eine Chance für Zivilisationskranke?
Manuskript: Barbro Schuchardt
8:55 - Straßenzustandsbericht
9:00 - Nachrichten, Wetterbericht; Wasserstände (Deutsche Bucht)
9:05 - Schulfunk
-9:05 - Der 20. Juli 1944: Fragen und Antworten (Geschichte, vom 8. Schuljahr an)
-9:35 - Berichte aus der DDR: Ein Tag in Ostberlin (Erdkunde, vom 7. Schuljahr an)
-10:05 - Süßwasserfische: Die Bachforelle (Von großen und kleinen Tieren, 4.-7. Schuljahr)
-10:25 - Ein Unglück beim Spielen (Aufsatzfunk, 4.-6. Schuljahr)
Dazwischen: 10:00 - Nachrichten
10:40 - Sendepause
11:00 - Nachrichten, Wetter- und Straßenzustandsbericht
11:10 - Kleine Vormittagsmusik (Keine Angaben zur Musik)
11:25 - Westfalenecho
12:00 - Nachrichten, Wetterbericht
12:05 - Landfunk: Reportage (k.A.)
12:20 - Ludwig van Beethoven
Quartett D-dur für zwei Violinen, Viola und Cello, op 18 Nr. 3
Iowa Streichquartett
12:50 - Presseschau
13:00 - Nachrichten Wetterbericht

(Quelle: Hör Zu 3/1969)
 

Plattenschrank

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AW: Wie war WDR 1?

Da kann ich auch noch was zum Besten geben: Aus der "prisma 22/77" das Programm von WDR/NDR 1 von vor genau 33 Jahren (7.6.1977), einem Dienstag:

Nachrichten um 7, 8, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 22, 23 und 24 Uhr
5:55 Stationsansage und Choral
6:05 Schichtwechsel
6:10 Morgenmelodie/darin 6:30: Wettervorhersage
6:55 Morgenandacht/es spricht Pastor Fritz Laubach, Hamburg
7:05 Kommentar
7:10 Morgenmelodie II
7:50 Programmvorschau
7:55 Wasserstandsberichte
8:05 Deutsche Presse
8:15 Unterhaltungsmusik/darin um 8:30: Wettervorhersage
9:05 Schulfunk/mit Beiträgen aus den Reihen "Medienkunde", "Hört wie es klingt!" und "Geschichte"
10:40 Kleine Ensembles
11:05 Echo West
11:50 Landfunk/Mechanisierung der Forstwirtschaft
12:05 Die internationale Presse
12:15 Mittagskonzert
13:10 Politik am Mittag
13:20 Wasserstandsberichte
13:22 Musik-Expreß
14:30 Programm für Kinder
15:05 Wir lesen vor/Martin Green: Die Richthofen-Schwestern
15:30 Gäste dirigieren
16:05 Musik von Johann Strauß
17:05 Kontakte – Magazin zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik
17:30 Neue Chansons aus Frankreich
18:30 Echo des Tages
19:10 Politik heute
19:25 Auf ein Wort
19:30 Das WDR-Wunschkonzert/Postfach 5000 Köln 100
21:15 Amerikanischer Liederfrühling/4. Teil: Pete Seeger, der streitbare Troubador
22:10 Politisches Forum
22:20 Europa-Report
22:30 Leichte Musik vor Mitternacht/heute vom Süddeutschen Rundfunk
0:05 Musik bis zum frühen Morgen

Aus Mangel an Fernsehprogrammen wurden 1977 in der prisma mehrere Rundfunkprogramme abgedruckt, so auch WDR 2 und 3, SWF 1, 2 und 3, DLF und RTL.

Am Rande sei auch noch das Fernsehprogramm vom 7.6.77 erwähnt: 8:05 Uhr bis ca. 12:00 Uhr Schulfernsehen, dann Sendebeginn um 16:15 Uhr (ARD) bzw. 16:30 Uhr (ZDF), nach der Tagesschau um 22:40 Uhr bzw. der heute-Sendung um 22:45 Uhr war – Sendeschluß!
Alternativ gab’s noch das dritte Programm WDR (17:00 Uhr bis 0:05 Uhr) und SWF (18:00 Uhr bis letzte Sendung um 22:15 Uhr). Hat im Grunde auch gereicht….
 
AW: Wie war WDR 1?

6:10 - Musik am Morgen (keine Angaben über die Musik)
Hach....
Na, was auch..... Querbeet und wild durcheinander und von allem etwas. Da fallen einem heute noch die Haare aus....
Da kommen Erinnerungen hoch, und ich weiß, warum ich damals vollkommen andere Sender gehört habe... solche mit mehrheitlich Pop, horizontaler Programmierung und mehr Pep und Drive....
:rolleyes:
:D
 
AW: Wie war WDR 1?

two-oh-eight, wenn überhaupt... und sonst ganz andere Sender... aber ehrlich: Wenn die Rundfunkbeauftragten noch 1977 (!) davon ausgingen, daß ganze Heerscharen von Hörern gezielt um 15:05 dem Buch über die Richthofen-Schwestern lauschten, dann gezielt um 15h30 zu irgendwelchen schrägen Takten ("Gäste dirigieren") einschalteten, um dann wiederum gezielt zu Musik von Johann Strauß um 16h05 einzuschalten und um 17h30 war dann einschalten bei "neuen Chansons aus Frankreich" angesagt... dann weiss ich alles.

Ein furchtbarer Kuddelmuddel den ganzen Tag über auf einer einzigen Welle, schlichtweg eine Zumutung. Ich weiß, warum ich den Begriff "Einschaltradio", der hier immer gerne als Qualitätsmaßstab angeführt wird, höchst kritisch sehe.... diese Sendepläne sind der beste Beleg dafür.
 
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