DAB+: Der zweite Bundesmux kommt


#3
Da es Bundesmux 2 heisst wird es wohl Bundesweit sein. Aber mit ihren Sparlampen als Sender, können die das ruhig nur in Ballungsräume starten. So Interessant ist dieses Digitalradio Dab+ ausser Aussetzer und teure Hardware nicht! Empfehle mich den Digitalen Jungs hier viel Spaß.
 
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#4
"Bundesweite private Hörfunkprogramme". Das wird gewiss ganz spannend. Da werden dann wieder einige Festplatten an DAB-Coder angeschlossen, um in 72 oder 64 kbps herumzutröten. *gähn*

Hättense mal was anständiges gemacht: "ARD-Best-Of" bundesweit. Mit Bayern 2, SWR 2, WDR 3, RBB Radio Eins, NDR Info, PULS, BR Klassik, WDR 5, Nordwestradio. Und anständiger Bitrate. Aber nee, das könnte ja u.U. echten Mehrwert darstellen (außer in der Sommerloch-Zusammenschaltungszeit)...
 

Nico1997

Gesperrter Benutzer
#5
"Bundesweite private Hörfunkprogramme". Das wird gewiss ganz spannend. Da werden dann wieder einige Festplatten an DAB-Coder angeschlossen, um in 72 oder 64 kbps herumzutröten. *gähn*

Hättense mal was anständiges gemacht: "ARD-Best-Of" bundesweit. Mit Bayern 2, SWR 2, WDR 3, RBB Radio Eins, NDR Info, PULS, BR Klassik, WDR 5, Nordwestradio. Und anständiger Bitrate. Aber nee, das könnte ja u.U. echten Mehrwert darstellen (außer in der Sommerloch-Zusammenschaltungszeit)...
Das würde ich auch gut finden!
 
#6
Hättense mal was anständiges gemacht: "ARD-Best-Of" bundesweit. Mit Bayern 2, SWR 2, WDR 3, RBB Radio Eins, NDR Info, PULS, BR Klassik, WDR 5, Nordwestradio. Und anständiger Bitrate. Aber nee, das könnte ja u.U. echten Mehrwert darstellen (außer in der Sommerloch-Zusammenschaltungszeit)...
Ja, das würde tatsächlich einen deutlichen Mehrwert darstellen gegenüber UKW, und der Privatfunk-Übertragungen könnte auch nicht jammern, denn direkte Konkurrenz zum Dudelfunk gäbe es hier nicht.

Nur: die ARD darf keinen bundesweiten Hörfunk. Das darf nur das DRadio. Was die ARD aber dürfte, wäre, einen künstlichen DAB+-"Overspill" herzustellen, bspw. durch Aufschaltung des BR- Muxes an einzelnen Senderstandorten in BaWü, Hessen und Thüringen, oder des RBB-Muxes in MeckPomm, Sachsen-Anhalt und Sachsen, etc.

Zum Ausgangsthema: Ein Bundesmux 2 tut not. Er sorgt nicht nur für quantitative Vielfalt beim Hörer, sondern wird hoffentlich auch eine Sendemöglichkeit für kleinere Sender darstellen, für die der erste Bundesmux schlicht zu teuer ist, und auf diese Weise auch auf Veranstalterseite für mehr Möglichkeiten sorgen. Und wenn das DRadio Dank Bundesmux 2 seine nur temporär zugewiesenen CU im Bundesmux 1 dauerhaft behalten kann, haben auch öffentlich-rechtliche Hörer was davon.
 
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#7
So Interessant ist dieses Digitalradio Dab+ ausser Aussetzer und teure Hardware nicht!
Das sehen Millonen Käufer aber anders. Aber an deinem Beitrag sieht man, dass du dich gut mit dem Thema auseinandergesetzt hast. ;)

Ich freu mich auf den 2. Bundesmux und der wird sicherlich noch mehr Vielfalt bringen. Selbst wenn es zum Grossteil möglicherweise nur Festplattendudler sind, ja und? Wenn es abwechslungsreich ist, ist mir das allemal lieber als dieser ganze Rotz auf UKW, wo man jeden Tag mit den gleichen 200 Titeln gequält wird bis die Ohren bluten.
 
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#9
Weil Berlin einen Sonderstatus als Hauptstadt und Regierungssitz hat. Das wird damit begründet, dass die Parlamentarier so auch die Programm aus ihrer "Heimat" hören können. Allerdings gehören Progamme wie WDR 2 oder SWR 3 jetzt auch nicht unbedingt zum "Best of" der ARD.
 
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#11
Nur: die ARD darf keinen bundesweiten Hörfunk.
Weiß ich doch... ;)

Ein Bundesmux 2 tut not. Er sorgt nicht nur für quantitative Vielfalt beim Hörer
Bislang habe ich immer noch nicht verstanden, was "quantitative Vielfalt" dem Hörer bringt. Wenn ich in den Supermarkt gehe und einen Brombeer-Joghurt kaufen will, ist es völlig unerheblich, ob da im Regal 2 oder 20 Erdbeer-Joghurts unterschiedlicher Hersteller stehen, solange kein Brombeer-Joghurt mindestens eines Herstellers danebensteht. Und darauf läuft es ja in schöner Regelmäßigkeit hinaus - also nicht im Supermarkt (ich kauf eh nur Naturjoghurt und schneide im Sommer frische Früchte rein), sondern im Radio. Da haben wir nun Softpop, Charts-Pop, Electro-Pop und 80er-Pop. Brauchen wir das alles nochmal gedoppelt oder verdreifacht? Versuche, andere Sparten zu etablieren, sind ja teils real erfolgt und gescheitert. So schön das vielleicht wäre, auch einen Rhythm&Blues-, einen Country- und einen Jazzkanal zu haben, einen Kanal mit Barockmusik in originaler Aufführungspraxis sowie einen Kanal mit Gruftie-Mucke, so kritisch wäre die Refinanzierung aufgrund der Nische mit immer nur sehr überschaubaren Hörerzahlen, so schwierig wäre die Akzeptanz von Werbung bei der speziellen Hörerschaft (ich vermute hier eine deutlich höhere Sensibilität und eine entsprechend niedriger liegende Toleranzschwelle) und so schäbig wäre die aus den üblichen DAB-Gepflogenheiten entstehende Audioqualität, was einem Musik-Spartenprogramm keinesfalls zuträglich wäre.

Aber solange das alles keine öffentlichen Gelder kostet, solls mir egal sein. Ich muß es ja nicht nutzen.

Und wenn das DRadio Dank Bundesmux 2 seine nur temporär zugewiesenen CU im Bundesmux 1 dauerhaft behalten kann, haben auch öffentlich-rechtliche Hörer was davon.
Das ist natürlich ein Argument, dessen Attraktivität auch ich mich nicht entziehen kann. Obwohl ich die Programme bislang auch nicht über diesen Wege nutze, sondern über DVB-S.

Allerdings gehören Progamme wie WDR 2 oder SWR 3 jetzt auch nicht unbedingt zum "Best of" der ARD.
Aber MDR Jump vermutlich. :D (Ja, danke, MDR! Danke für das realistische Bild Deines Sendegebietes, das Du da nach Berlin exportierst. Es leuchtet hell wie ein Stern am Firmament.)
 
#12
Der von der Politik festgelegte Rahmen für den Zweitmux:
  • Es wird ein Plattformbetreiber gesucht. (Der dann über die einzelnen Anbieter entscheidet??)
  • Antrag bis 24. Februar 2017
  • Der Sendebetrieb soll Mitte 2017 aufgenommen werden
  • Vergeben werden eine Bandbreite von 1,75 Mhz (864 CU)
  • Die Idee ist, diese Bandbreite für 15 Programme zu verwenden (Kann jemand sagen welche Datenrate da pro Programm rauskommt?)
  • Keine Regionalisierung
  • Zum Sendestart ist es Auflage, dass in allen Landeshauptstädten 80 % der Einwohner outdoor Empfang haben. (Mein Kommentar: :wall: )
  • 2019 müssen 40 % der Einwohner outdoor und 28 % indoor erreicht werden
  • Der Endausbau soll spätestens 2023 erreicht sein und nicht mehr als 50 % der Bevölkerung müssen den zweiten Mux zu Hause empfangen können. 70 % outdoor und 90 % aller Autobahnstrecken.
Quellen:
http://www.die-medienanstalten.de/f...ndesweit_2.DAB_Multiplex_Bedarfsanmeldung.pdf
http://www.die-medienanstalten.de/p...nanstalten-veroeffentlichen-ausschreibun.html


Hier die Ausschreibung:
http://www.die-medienanstalten.de/f...gen/DAB-Ausschreibung_2016_bundesweit_ZAK.pdf
 
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#13
Vergeben werden eine Bandbreite von 1,75 Mhz
Die Idee ist, diese Bandbreite für 15 Programme zu verwenden (Kann jemand sagen welche Datenrate da pro Programm rauskommt?)
Die Bandbreite ist schlichtweg ein DAB-Kanal.

Ein DAB-Mux hat 864 Capacity Units (CU). Je nach gewähltem Fehlerschutz (individuell je Programm wählbar!) benötigt man für eine bestimmte Datenrate unterschiedlich viele CU. In ETSI TS 102 563 findet man die nötigen Informationen.

864 CU dividiert durch 15 Programme ergibt 57,6 CU je Programm. Also 57 CU (Bruchteile gibt es nicht) und es bleiben 9 CU übrig.

Üblich ist ein Fehlerschutz von EEP 3-A, eine art mittlerer Schutz. Damit ist die nächstpassende Stufe eine Subchannel-Datenrate von 72 kbps. Sie benötigt 6*9=54 CU in EEP 3-A. 15 Programme je 72 kbps benötigen also 15*54=810 CU. Es blieben 54 CU übrig. Man könnte also sogar 16 Programme ins Paket packen. Oder man nutzt die 54 CU, um z.B. EPG-Daten oder Verkehrs-Daten für Navigationsgeräte zu übertragen. 72 kbps bringen etwa 66 kbps nach Reed-Solomon-Fehlerschutz und davon gehen dann noch die Zusatzdaten (Slideshow) ab, also ca. 6-10 kbps. Es bleibt die bekannte Diktiergerätequalität.

Wenn das Sendernetz recht löchrig ist, böte sich vielleicht an, in EEP 2-A zu senden und damit in Randgebieten die Empfangsstabilität zu erhöhen. EEP 2-A frißt natürlich mehr Datenkapazität für die Redundanz. Es ergäben sich dann 15 Programme zu je 56 kbps Subchannel-Datenrate und etwa 50 kbps Datenrate nach Reed-Solomon, ebenfalls inklusive Zusatzdaten. Diese 56 kbps entsprächen im Falle von EEP 2-A auch 56 CU. Und es blieben 864-15*56=24 CU für EPG und ähnliches übrig. Das wäre dann echte Diktiergerätequalität. Aber warum nicht? In Großbritannien trötet man inzwischen teils mit 32 kbps herum. Aber hauptsache "quantitative Vielfalt beim Hörer"...

Um mal Zahlen zu erträglicher Qualität zu bringen, die mit Glück ein ähnliches Qualitätsniveau wie UKW erlauben: dazu braucht es ca. 112 kbps Subchannel-Größe (D-Kultur!), es bleiben nach Reed-Solomon ca. 102 kbps und abzüglich vielleicht 8 kbps Zusatzdaten dann rein Audio 94 kbps HE-AAC. In EEP 3-A sind das 14*6=84 CU je Programm, also 10 Programme je Mux. In EEP 2-A wären es 14*8=112 CU je Programm und damit 7 Programme je Mux und 80 CU frei.

Hoffentlich habe ich mich jetzt nicht verheddert, ich bin da nicht sattelfest.
 
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#15
Danke Radiowaves. Mehr als genug Regionen mit schlechten, oder gar keinem Empfang,
Na, die können sich freuen. DAB+ braucht ja eh kein Mensch, also warum soll man dann da senden?;)

Mal im Ganz im Ernst, es ist überhaupt noch nicht klar, wieviel Sender zu Anfang im Muxx sein werden, noch welche Sender das sein werden und daher auch noch nicht mit welcher Datenrate gesendet wird. Aber Hauptsache es wird direkt schonmal gemeckert. Dabei wird aber auch immer übersehen, dass der wirtschaftliche Aspekt nicht übersehen werden darf. Natürlich wäre es toll, wenn nur 8-10 Programm mit einer guten Klangqualität den Mux befüllen würden, aber entsprechend hoch sind dann aber auch die Kosten. Die würden sich dann nämlich um 30% erhöhen. Wem ist denn damit geholfen, wenn dann nach einem Jahr die ersten schon wieder den Mux verlassen, weil die Kosten nicht zu stemmen sind? Von daher macht Euch alle mal ein bisschen locker. Bis zum Sommer ist noch lange hin und wenn der Mux dann auf Sendung ist, dann könnt ihr immer noch kritisieren.
 
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#16
Der von der Politik festgelegte Rahmen für den Zweitmux:
  • 2019 müssen 40 % der Einwohner outdoor und 28 % indoor erreicht werden
  • Der Endausbau soll spätestens 2023 erreicht sein und nicht mehr als 50 % der Bevölkerung müssen den zweiten Mux zu Hause empfangen können. 70 % outdoor und 90 % aller Autobahnstrecken.
Quellen:
http://www.die-medienanstalten.de/f...ndesweit_2.DAB_Multiplex_Bedarfsanmeldung.pdf
http://www.die-medienanstalten.de/p...nanstalten-veroeffentlichen-ausschreibun.html


Hier die Ausschreibung:
http://www.die-medienanstalten.de/f...gen/DAB-Ausschreibung_2016_bundesweit_ZAK.pdf
Na super. Zum Endausbau müssen nicht mehr als 50% zu Hause den 2.BMux empfangen können. Was ist das denn? Dann entwickelt sich wieder die Stadtklasse und die dummen vom Land...
 
#17
Natürlich wäre es toll, wenn nur 8-10 Programm mit einer guten Klangqualität den Mux befüllen würden
Es ist ein Tollheit das nicht zu machen. Mit schlechtem Klang und stotterndem Empfang ruiniert man das Image von Radio an sich. Man ruiniert das ganze Medium! In 20 Jahren wird man dann sagen, so ist halt der Lauf der Dinge und Radio gibt es nur mehr in einer kleinen Nische.

Warum soll sich Deutschland das finanziell nicht leisten können? Sagen wir mal, 30 Radioprogramme (15 öffentlich-rechtliche, 14 Private und ein 1 freien Bürgerkanal), die flächendeckend und teilweise regionalisiert in bester Klangqualität wirklich überall zu empfangen sind?
 
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#18
Es wird ein Plattformbetreiber gesucht. (Der dann über die einzelnen Anbieter entscheidet??)
Ich habe mich mal durch die Paragraphen gewühlt. Ich verstehe es so: Die einzelnen RadioProgramme müssen eine rundfunkrechtliche Zulassung durch eine Medienanstallt haben oder bekommen. Den Mix der Programme entscheidet Steffen Göpel Bauer Media der Plattformbetreiber.
 
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#19
Zum Endausbau müssen nicht mehr als 50% zu Hause den 2.BMux empfangen können. Was ist das denn? Dann entwickelt sich wieder die Stadtklasse und die dummen vom Land...
Du weisst aber schon, dass im BM 2 sicherlich keine Bildungsprogramme laufen werden?;)
Ausserdem liegt es in der Natur der Sache, dass man z.B. in Berlin mehr Programme emfpangen kann als in Bitterfeld und das hat jetzt rein gar nichts mit DAB+ zu tun.
 
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#20
Ich sehe da keine Natur, ich sehe Sendemasten.;) Ernsthafter formuliert, es liegt in der Natur der Marktwirtschaft, dass sich Radioprogramme in Ballungsräumen ballen. Die Gesellschaft/Politik kann die Sache aber auch anders entscheiden. Die Möglichkeit gibt es. Man hat das sogar jahrzehntelang so gehandhabt, dass für München genau so viele Radioprogramme vorgesehen waren, wie für den Bayerischen Wald.
 
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#22
Natürlich wäre es toll, wenn nur 8-10 Programm mit einer guten Klangqualität den Mux befüllen würden, aber entsprechend hoch sind dann aber auch die Kosten. Die würden sich dann nämlich um 30% erhöhen. Wem ist denn damit geholfen, wenn dann nach einem Jahr die ersten schon wieder den Mux verlassen, weil die Kosten nicht zu stemmen sind?
Und wem ist mit Programmen geholfen, die so schauderhaft klingen, daß man sie sich nicht anhören kann, ohne Brechreiz zu bekommen? Das ist natürlich kein Thema des zweiten Bundesmuxes. Das ist ein Thema, seitdem es DAB gibt und man die Hemmschwelle, unter 192 kbps MP2 zu gehen, "überwunden" hatte. Das konnte man zu UKW-Zeiten nicht: über die Klangqualität die Kosten einer Programmverbreitung drücken. Ein UKW-Sender hatte technische Parameter einzuhalten, die letztlich wegen der zwingenden Ankoppelung der Audioqualität an die analoge Träger-HF stets zu einer gewissen Klangqualität führten. Mit natürlich beliebigen Verschlechterungen aufgrund schlechten Empfangs. Das einzige, was man machen konnte um zu sparen: die Sendeleistung oder die Zahl der UKW-Standorte verringern. Selbst bei den Modleitungen traute man sich nicht, statt Rundfunkleitung 15 kHz halt eine mit 7 kHz zu nehmen. Warum wohl?

Bei DAB kann man zusätzlich an der Klang-Schraube drehen und man tut es, weil man es eben kann.

So vernichtet sich der Rundfunk. Nicht nur mittels DAB. Auch über Satellit geht es in diese Richtung, die Norweger haben Mitte November von meist 192 kbps MP2 auf 64 kbps HE-AAC umgestellt und es klingt schauderhaft. Anbei ein Beispiel, ich konnte es nicht als 1:1 als AAC exportieren, ich mußte über den Umweg eines PCM gehen und liefere es hier als MP3 mit ausreichend hoher Bitrate, um den kratzig-zerrigen, in den Höhen klingelnden und verzischelten Sound ohne weitere Verfälschung darstellen zu können. Da UKW in Norwegen bald abgeschaltet wird und ich bei deren DAB auch einen Umstieg auf diese elende Qualität erwarte (derzeit läuft da immerhin noch NRK P2 mit 192 kbps MP2), haben sie dort bald keinen Übertragungsweg mehr, der auch nur ansatzweise die UKW-Qualität bringen würde, die man seit den 1950er Jahren kennt.

In der Schweiz laufen die öffentlich-rechtlichen auf DAB inzwischen auch in sehr niedriger Bitrate. Nur SRF 2 wird noch 96 kbps HE-AAC gegönnt, da man die Slideshow weglässt (also das am meisten beworbene absolut wichtige Zusatzfeature von DAB, wegen dessen man sich unbedingt ein DAB-Radio kaufen muß) immerhin vergleichbar mit vielleicht 104 kbps, wie sie in Deutschland der DLF fährt. Immerhin kommt man via Hotbird noch in hoher MP2-Bitrate an die Programme.

Was nach Abschaltung der SD-Transponder bei ARD und ZDF mit den öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen passieren wird, ist noch unklar. Ein Szenario ist die Umsetzung in AAC und das Dazupacken auf die HD-Transponder. Schönen Dank auch. Auch sämtliche (!) UKW-Umsetzer für Kopfstellen wären damit schlagartig wertlos und man wäre für die letzten Jahre UKW ausschließlich auf die 2 handvoll terrestrischen Empfänge beschränkt.

Derweil sind selbst bei DVB-T2 für den Fernsehton (der "nur" Zusatz zum Bild ist!) nach derzeitigem Realisierungsstand 256 kbps vorgesehen. Da sieht man, wie sich das Radio kaputtspart, wenn es die Daten für den einzigen Sinn, den es beliefert (den Hör-Sinn) auf unerträgliche Qualität bringt. Andererseits läuft z.B. die erst dieses Jahr von der Media Broadcast auf Divicon übergegangene UKW-Zubringung eines ostdeutschen Privatsenders über 384 kbps apt-X, also eine "amtliche" Qualität. Für UKW hat man also noch hohe Bitrate. Klar, sicher auch unter dem Hintergedanken, daß man sonst an jedem UKW-Standort einen Limiter braucht, der das Artefakte-Geklingel abfängt und damit Hubüberschreitungen verhindert.
 

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#23
Ich sehe da keine Natur, ich sehe Sendemasten.;) Ernsthafter formuliert, es liegt in der Natur der Marktwirtschaft, dass sich Radioprogramme in Ballungsräumen ballen. Die Gesellschaft/Politik kann die Sache aber auch anders entscheiden. Die Möglichkeit gibt es. Man hat das sogar jahrzehntelang so gehandhabt, dass für München genau so viele Radioprogramme vorgesehen waren, wie für den Bayerischen Wald.
Es muss doch aber dafür gesorgt werden, dass alle das ganze empfangen können. Die Politik möchte, dass die Dörfer erhalten bleiben, lässt aber kaum Gesetze beschließen, die etwas dafür tun. Es kann ja nicht sein, dass man überall benachteiligt wird. Meiner Meinung muss sowas subventioniert werden und alle die gleiche Möglichkeit zu bieten. Ist genauso wie DVB-T, wobei Satellit so oder so geiler ist ;)
 
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