Schlampig gemachtes Radio


Yannick91

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Oldiesender bauen klugerweise die von der Planungssoftware ausgespuckte Stunde so um, dass der letzte Titel ein Cold End hat, der vorletzte ausgeblendet werden kann. Das klingt professionell.

Entschuldige, aber das ist vollkommener Quatsch. Das macht keiner. Das wäre unglaublich unprofessionell. Ein Musikredakteur bearbeitet eine geplante Stunde so, dass die harmonisch und gut gemixt vom Beat, Genre, etc. ist. Was für ein Ende der Song hat spielt keine Rolle.
 

Yannick91

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Ich arbeite seit 25 Jahren in Musikredaktionen. Von so einer Planung habe ich noch nie gehört. Du kannst dich ja gerne über mich lustig machen. Aber dann nenne doch mal einen Radiosender, egal ob deutschsprachig oder nicht, der so Musik plant wie ihr sagt? Bin gespannt!
 
Ich glaube, Yannick91 macht lediglich den Fehler, dass er seine Erfahrung als "die richtige" sieht, wohingegen andere Arbeitsweisen "falsch" oder "Quatsch" sind (ohne ihm jetzt etwas Böses zu unterstellen). Gerade in einer emotionalen Geschichte wie die Musik kann es aber mehrere Arbeitsweisen geben, die nebeneinander existieren und zu aller Verwunderung auch noch funktionieren. Was möchte ich damit sagen? Dass es nicht immer nur richtig oder falsch gibt, sondern manchesmal auch "rot" oder "blau", "hellgrau" oder "dunkelgrau". Wenn der Erfolg beiden Richtungen Recht gibt, kann man sie als "funktionell" und somit "richtig" ansehen. Also ganz locker bleiben! :)
 

Südfunk 3

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In der Tat. Man könnte übrigens die von @count down in #174 vorgeschlagene Arbeitweise dahingehend abändern, daß die Planungssoftware gleich die Titel mit den korrekten Enden an die richtige Stelle setzt – ohne sie hinterher umbauen zu müssen.
 

Radiomax10

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Einen Titel wegen seines Cold Ends an das Stundenende zu packen widerspricht vielen Regeln modernet Musikplanung. Da muss ich @Yannick91 recht geben. Es gibt bestimmt 5 oder 6 Faktoren, die wichtiger sind, als dass ein bestimmtes Fade oder Cold Format am Stundenende läuft. Zumal als letzter Song der Stunde in jeder einigermaßen professionellen Musikredaktion sogenannte Füll- oder Streichtitel eingeplant werden. Warun soll ich also den vorletzten, besseren Song wegblenden, nur damit ein Reservetitel dann laufen kann?

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen das Ende eines Songs hat mit seiner Positionierung in der Sendeuhr nichts mit Professionalität zu tun.
 

Radiomax10

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Aber wenn der vorletzte immer der bessere ist, warum spielt man dann überhaupt noch andere als vorletzte?
Das tut man, damit die User in bestimmten Foren sich dann nicht darüber aufregen, dass immer nur das Gleiche läuft ;) Spaß beiseite, die Fülltitel sind absolut spielbar, sonst würden sie, wie du sagst nicht laufen. Aber sie sind eben aus Backtiming Gründen einfach ab und an sehr sinnvoll und hilfreich. Sie laufen auch nicht in jeder Stunde. Ist viel Werbung gebucht, dann fliegen die "Streichtitel" raus.
 

Yannick91

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Danke, @Radiomax10

@NurzumSpassda79 Das, was hier beschrieben wurde, hat nichts mit Grautönen bei Richtig oder Falsch zu tun. Die Songplanung dahingehend zu managen dass der letze Song ein Coldend hat, ist einfach vollkommen absurd und hat, mit Verlaub, mit Grautönen nichts zu tun.
 

count down

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In der Tat. Man könnte übrigens die von @count down in #174 vorgeschlagene Arbeitweise dahingehend abändern, daß die Planungssoftware gleich die Titel mit den korrekten Enden an die richtige Stelle setzt – ohne sie hinterher umbauen zu müssen.
Was auch immer geplant wird: Den sowohl vorletzten als auch den letzten Titel ausblenden zu müssen ist sicher die schlechteste aller Lösungen.
 

Südfunk 3

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vollkommen absurd
Ich glaube, das war auch nicht die ursprüngliche Intention der Planer. Wenn ich es recht sehe, ging es darum, daß, falls ein Titel (mit Schluß) ausgeblendet werden müßte, es besser sei, die Titel so umszustellen, daß der Schluß in jedem Falle erhalten bleibt.
 
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Radiomax10

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Was auch immer geplant wird: Den sowohl vorletzten als auch den letzten Titel ausblenden zu müssen ist sicher die schlechteste aller Lösungen.
Man sollte von den Moderatoren schon erwarten können, dass sie ein +/- 30 sekündiges Backtiming beherrschen. Ein sekundengenaues Backtiming leistet sich, dank digitaler Übertragubgswege eh kein Sender mehr (außer die Newsstationen der Öffis), da hier sogar über UKW eine digitale Latenz von 2 oder 3 Sekunden entsteht. Wofür hat man denn die Songs in verschiedenen Längen? Und die Fähigkeit einen kürzeren oder längeren Teaser zu machen sollte meiner Meinung nach jeder Moderator besitzen. Übrigens hat sich bisher bei uns noch nie ein Hörer beschwert, wenn die News 60 bis 90 Sekunden später starten. Dieses Verhalten beobachte ich nur von den Usern dieses Forums hier, die sich wie oben geschrieben auch darüber beschweren, es würde "immer nur das gleiche" laufen. :)
@Südfunk 3 könntest du uns mal bitte eine Station (bitte keine Internet oder DAB only Welle) nennen, die so plant?
 
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Radiomax10

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Keine uneingeschränkte Zustimmung. In Randzeiten oder während Pandemiebedingungen sind/waren die einzelnen Wellen mancher ö.-r. Anstalt schon mal zu den Nachrichten zusammengeschaltet.
Die Öffentlichen vielleicht. Private eher nicht. In Randzeiten schafft die Sendeautomation es aber auch dank Time Stretch exaktes Backtiming selbst zu berechnen und Titel unhörbar zu beschleunigen oder zu verlangsamen, damit man am Stundenende pünktlich ist.
Die Privaten werden ja eh in Randzeiten meist beliefert, bedeutet keine Livenachrichten, also auch kein exaktes Backtiming nötig.
 

Radiomax10

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Bei Zenon weiß ich es aus eigener Erfahrung. Da kannst du die Stretch Prozent hinterlegen und sobald die Automation aktiviert ist werden Titel gestretcht. Ähnlich funktioniert es auch bei regionalisierter Werbung, die ja auch exakt gleich lang ausgesteuert werden muss. Wie es bspw. beim Turbo Player aussieht weiß ich leider nicht.
 
Eine ziemlich ungewöhnliche aber einprägsame Stundenuhr hat ja auch NDR 2, wo der vorletzte Titel in der Regel der Kult-Titel (so nenne ich ihn jetzt einfach mal) der laufenden halben Stunde ist.
Dann die Werbung und dann der aktuelle und vollständig ausgespielte Chart-Titel. :thumbsup:

Finde ich zum Hören so sehr angenehm, hat nur leider den Nebeneffekt, dass dann der einzige ältere Titel der Stunde immer wieder mal als Lückenfüller hergenommen wird und abgebrochen wird 😕
Es kann aber auch sein, dass das manchmal nur so wirkt durch die Gewöhnung an die Cold Ends, die es bei diesen Titeln zum Teil nicht gibt.

Wenn wegen der Zentralnachrichten Pünktlichkeit gefragt ist, bekommen sie es mit dem Backtiming tatsächlich oft vorbildlich hin, aber eine Stunde aus Musiktiteln fast komplett ohne spontane Moderation lässt sich vorab natürlich schon gut vorbereiten ;)
 

ndrgast

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Schlampiges Radio ...
... NDR 2 ...

Wenn wegen der Zentralnachrichten Pünktlichkeit gefragt ist, bekommen sie es mit dem Backtiming tatsächlich oft vorbildlich hin, aber eine Stunde aus Musiktiteln fast komplett ohne spontane Moderation lässt sich vorab natürlich schon gut vorbereiten ;)
@frankenhoerer99 hat mit dem 'Zwinker'-Emoji NDR2 so entlarvt: Ist das überhaupt 'Radio' wenn zwischen den Zentralnachrichten spontane Moderation fehlt, kein intelligenter, kein ernst zunemender Wortbeitrag, keine journalistisch Kompetenz über den Sender kommt???
 

Radiocat

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Naja, es hat schon was, wenn ich einen Song mit markantem ColdEnd vor ein Stopset setze. Paff...und dann die Nachrichten. Klappt freilich nicht immer, denn dann müsste ich sekundengenau moderieren...und das nimmt wieder jede Kreativität. Deshalb gab es FRÜHER sogenannte "Backtimer", beim SDR waren das z.B. immer Instrumentals, es gab später bei SDR3 sogar eigene Backtimer zur Werbung (oder zwischen Werbung und Nachrichten). Generell muss man sich mal klar machen, dass es kein "richtiges" oder "falsches" Radio gibt. Es gibt verschiende Arten, Radio zu machen. Was in den letzten 20-30 Jahren fehlt ist der Mut und Wille, mal Zöpfe abzuschneiden, die gewisse Berater*innen_und_aussen in ihrer Gebetsmühle runterklappern und mal wieder innovativ zu werden, zu sagen: Radio kann auch ganz ganz anders klingen, lass uns mal was neues probieren.
 
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Naja, es hat schon was, wenn ich einen Song mit markantem ColdEnd vor ein Stopset setze. Paff...und dann die Nachrichten.
Danke.
Auch ich empfinde ein schönes Ende vor einer neuen Stunde / einem trennenden Element etc. als besonders angenehm; ein ColdEnd muss natürlich passen, aber für mich ist es definitiv ein Hinhörer.

Entschuldige, aber das ist vollkommener Quatsch. Das macht keiner. Das wäre unglaublich unprofessionell.
Tja, dann bin ich wohl 'raus aus dem heutigen terrestrischen Radio und widme mich lieber dem mit Liebe und von Hand gemachten, gut gefahrenem Webradio (ja, vereinzelt gibt es da richtig feine, hörenswerte Sendungen oder gar Stationen).

Wenn du gestattest: Lassen die Ziffern in deinem Nickname auf dein Geburtsjahr schließen? Es würde einiges erklären.
Zurückrechnend passt es jedoch nicht zu deiner Aussage...
Ich arbeite seit 25 Jahren in Musikredaktionen.
... aber dennoch beschleicht mich das Gefühl, dass uns eine Hörergeneration trennt. Dein absolut-resolutes Auftreten lässt jedenfalls nicht auf einen innerlich ruhig(er)en Menschen schließen, und das schreibe ich einem generell jüngeren Alter zu.
Du kannst ja schon früh als Praktikant in solchen Redaktionen begonnen haben.

In Randzeiten schafft die Sendeautomation es aber auch dank Time Stretch exaktes Backtiming selbst zu berechnen und Titel unhörbar zu beschleunigen oder zu verlangsamen, damit man am Stundenende pünktlich ist.
Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust.
Ja, wenn man es nicht übertreibt und statt des klassischen Pitch das von DJ-Playern bekannte "Master Tempo" nutzt, dann ist das für den Normalhörer praktisch nicht hörbar.

Dennoch verbinde ich das nach wie vor (aus der Vergangenheit) mit dem DJ-Beatmatching, das ja auch nicht übertrieben sein muss. Im Radiobetrieb, wenn es eben nicht gerade ein DJ-Set ist, löst es bei mir im Zweifel eine unwohle Gänsehaut aus.
Ich würde nicht zu diesem Hilfsmittel greifen wollen.

Ach ja, ich bin weder Musikredakteur oder erfahrener Radiomacher. Ich bin, in dieser Diskussion, dieser komische "Hörer", den man ja offenbar ach so gut zu kennen glaubt.
 
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