rbb24 inforadio: Längerer Name - weniger Programm

Da haben bestimmt Hunderte von Wählern in den Wahlbüros in Hessen und Bayern um siebzehn Uhr neunundfünfzig Inforadio aus Berlin abgehört und schnell noch Ihre Wahlentscheidung korrigiert.
Klar. Da stehen ja immer, an den Wahllokalen, um 17:59 Uhr, die Halbstarken, ihre Ghettoblaster geschultert, foltern unschuldige Mitbürger, lautstark, mit BR 24 oder hr Info. In Jeans und T-Shirt, Kaugummi kauend, anders haben sie die Leute noch nie an den Ecken stehen gesehen.
Früher hätte es sowas nicht gegeben.
 
Warum muss man überhaupt den Leuten in ganz Deutschland diese Wahlsondersendung aufdrücken
Einzige Erklärung: Damit Dauernörgler etwas zum nörgeln haben.
Wen interessiert es auf Amrum oder im Elbtal, wie eine Wahl in Bayern oder Hessen ausgeht?
Hallo?

Demnach keine Nachrichten für Amrumer und Elbtal-Bewohner aus China, Russland, Ukraine, Israel, Polen, USA und den Rest der Welt? Auch keine Nachrichten aus Hessen, Bayern? Ach übrigens: Elbtal liegt im Landkreis Limburg-Weilburg/Hessen (!). Dumm gelaufen mit einem solchen blöden Beispiel, gell? :p
Also nur noch Nachrichten vom Bäcker bis zur Tankstelle? Gute Nacht!
 
Wen es beispielsweise interessiert: mich. Und ich wohne weder in Bayern, noch in Hessen: die Wahlen haben bundespolitische Bedeutung, auch, wenn sie „nur“ in zwei Bundesländern stattgefunden haben.
Sag ich ja. Das hat alles einen Einfluss aufeinander, einfach weil wir ein Staat sind, der sich aus den Regionalstrukturen zusammen setzt. Zu glauben, diese Wahlen würden einen selbst nicht betreffen, wäre äußerst blauäugig und naiv, da eh überall die gleichen Parteien, mehr oder weniger stark vertreten, an der Macht sind.
 
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Natürlich sind die Landtagswahlen in Bayern und Hessen von nationaler Bedeutung. Und natürlich muss die ARD auch ausführlich und umfänglich darüber berichten. Welche Beschwerde kommt als nächstes, dass die Tagesschau die Frechheit besitzt, über weltpolitische Ereignisse zu berichten? Diese Empörung über die Berichterstattung über die Landtagswahlen ist nur noch als Satire zu verstehen.
 
Selbst wenn. Sich für Landespolitik auch außerhalb des eigenen zu interessieren, halte ich Bürgerpflicht. Zu fordern, Landespolitik außerhalb des eigen (Bundes-)Landes in den Informationssendungen nicht zu behandeln, für bildungsschädlich. Freiwillig sucht sich bildungsfernes Publikum keineswegs politische Informationen. Die Chance, solche (wichtigen) Informationen ans Publikum zu bringen, ist gerade das Angebot bei leicht erreichbaren Medien. Vor allem bei Sondersendungen.
 
Keine der Infowellen beschränkt sich auf Landespolitik, alle behandeln bundesweit relevante und internationale Themen.
Ob und wie das in einzelnen Verträgen geregelt ist, weiß ich nicht. Keine Landesansalt will sich eben darauf beschränken, nur aus dem jeweiligen, eigenen Land zu berichten. Das ist alles nicht neu, sondern schon immer Radioalltag in DE gewesen.
Natürlich ist das andererseits wieder ein Argument für eine bundesweite Info-Welle, die nur zu bestimmten Zeiten für regionale Berichterstattung auseinandergeschaltet wird. Wenn ich mich nicht irre, hatte oder hat die eine oder andere Info-Welle explitzit einige Minuten in ihren Nachrichtenblöcken für Meldungen aus dem eigenen Bundesland vorgesehen - der Rest ist ein Gemisch aus regionaler, nationaler und internationaler Aktualität. SWR-Aktualität hat, so viel ich weiß, keine exklusiven Sendezeiten für Nachrichten aus RP oder BW.. Die dümpeln in stark gekürzter und ziemlich venachlässigter Form in den Vierten vor sich hin.

Mehr Kooperation ist - vielleicht - angesagt: Wenn in Bayern gewählt wird, macht es Sinn, dass andere Infosender eben das bayrische Programm oder zumindest Programmteile übernehmen.

Kein Mensch käme auf die Idee, zu den Reportagen der Fussball-Ligen von jedem Sender einen eigenen Reporter zu jedem Spiel abzustellen, da wird schon kooperiert.
Andererseits sind die Sportsendungen dann wieder regional: Hörer in NRW wollen zuerst wissen, wie Köln oder Dortmund gespielt haben, Union Berlin interessiert hier nicht so viele.
 
Teile von beiden Sendern übernehmen bedeutet auch: dann heisst nur oftmals, wir gehen jetzt raus und schalten nach X, nein bleiben doch da, oder man sendet nur aufgezeichnete Sachen von den Sendern. Übernimmt man live: wir wissen jetzt auch genau wer und über was dort da gerade geredet wird, aber wir schalten um, vielleicht bekommt man es noch heraus. Oder: die Sender müssen punktgenau sich abstimmen, wann bundesweit übernommen wird. Das bedingt dann auch vermutlich mehr Personal beim Programm was bundesweit darüber berichtet. Ist so etwas sinnvoll, wenig bis keine Einsparung und schlechteres Programm.
 
- sondern jeweils Teile von beiden Sendern.
Ich bin sehr froh, dass sich die ör-Infowellen noch eine 3. Sendung über beide Wahlen gegönnt hatten.
Wie gruselig beispielsweise, eine abwechselnde Ansprache mit bairischer oder hessischer Färbung... haha. Das ganze Bild macht's doch und nicht das Warten auf die Lage des anderen Bundeslandes (für die interessiertem Menschen fernab des Wahlgebiets).

Wahrscheinlich wird es die EINE Sendung für alle Sender auch bald mal geben, wenn nur ein Bundesland wählt. Hoffe wir bloß, dass der regionale Sport dann nicht zu kurz kommt ;)
 
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Dies führt dazu, dass der Redakteur/-in am Abend (ab 19uhr) zukünftig eingespart werden kann, da es ja sicher einen gemeinsamen Abend der ARD-Infosender geben wird.
Es gibt zwar noch keinen gemeinsamen Abend der Infosender, aber genau diese Einsparung ist nun eingetreten: Ab 18:02uhr wird die „aktuelle Berichterstattung“ stündlich nur noch wiederholt vom Moderator, der ab 16uhr on Air war. Sollte mal was Gravierendes abends passieren, bin ich mal gespannt, was dann passiert.

Nur für den Sport ist dann noch jemand am Mikro (21:13uhr letztmalig live, 22:15uhr einmalig eine aufgezeichnete Ausgabe innerhalb der ARD-Infonacht).
 
Es gibt zwar noch keinen gemeinsamen Abend der Infosender, aber genau diese Einsparung ist nun eingetreten: Ab 18:02uhr wird die „aktuelle Berichterstattung“ stündlich nur noch wiederholt vom Moderator, der ab 16uhr on Air war. Sollte mal was Gravierendes abends passieren, bin ich mal gespannt, was dann passiert.

Nur für den Sport ist dann noch jemand am Mikro (21:13uhr letztmalig live, 22:15uhr einmalig eine aufgezeichnete Ausgabe innerhalb der ARD-Infonacht).
Die Abendschiene ab 18.00 Uhr war doch immer schon aufgezeichnet. Ob sich durch die unlängst durchgeführte Änderung der Moderatorenschichten eine Verringerung der Bemannung am Abend ergibt kann ich als Außenstehender natürlich nicht beurteilen. Ich habe mich aber auch früher schon gefragt, ob das Inforadio in der Lage ist, nach 18.00 Uhr angemessen auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. Vor diesem Hintergrund glaube ich ja, dass ein gemeinsames live gesendetes Abendprogramm die bessere Lösung wäre, im Vergleich zur immer gleichen Schleife aus der Konserve. Außerdem blieben uns dann hoffentlich die News-Junkies erspart...
 
Ich bin sehr froh, dass sich die ör-Infowellen noch eine 3. Sendung über beide Wahlen gegönnt hatten.
;)
Ich wiederhole noch mal: Dass der HR über die hessische Wahl berichtet, und der BR primär über die bayrische, ist doch logisch.

Wenn ein Dritter über beide Ereignisse berichtet, macht er was? Er wird immer hin- und herschalten müssen. Da ist es nur logisch, sich dessen zu bedienen, was angeboten wird - natürlich in entsprechender Kooperation mit der "Ursprungsquelle", also BR und HR.

Im Übrigen läuft das doch sowieso die ganze Zeit schon so. Im TV gibt es regionale und nationale Berichterstattung. Das Erste schaltet dazu nach Hessen und lässt die dortigen Berichterstatter kurzfristig bundesweit zu Wort kommen, usw.

Es wäre allerdings seltsam, wenn neben dem Ersten (bundesweit) und HR und BR für ihr jeweiliges Sendgebiet ein weiteres Drittes eine bundesweite Wahlsendung bringen würde.
 
Die Abendschiene ab 18.00 Uhr war doch immer schon aufgezeichnet. Ob sich durch die unlängst durchgeführte Änderung der Moderatorenschichten eine Verringerung der Bemannung am Abend ergibt kann ich als Außenstehender natürlich nicht beurteilen.
Ist ohrenscheinlich so.

Nach der vollen Stunde ab 18uhr wurde zuvor schon aktualisiert, klar.
 
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Wenn ein Dritter über beide Ereignisse berichtet, macht er was? Er wird immer hin- und herschalten müssen. Da ist es nur logisch, sich dessen zu bedienen, was angeboten wird - natürlich in entsprechender Kooperation mit der "Ursprungsquelle", also BR und HR.
Und zusätzlich machte es sein eigenes Ding. Das heißt: fast minütlicher Wechsel der Berichterstattung der beiden Wahlen, zusätzliche Interviewpartner, Analysen, Sport (der bei monothematischen Sendungen beim HR eventuell hinten runterfiel), einfach eine gleichberechtigte Berichterstattung, die nicht möglich wäre, wenn die restlichen Infosender nur einen der beiden durchgeschaltet hätten.
 
Wer einen Vorgeschmack darauf haben möchte, welche Perlen sich die Sender demnächst aus dem ARD-Pool herauspicken, sollte sich dieses Stück knallharten Qualitätsjournalismus (#soetwaskannundleistetsichnurderÖRR) anhören, das beim rbb inforadio über den Sender ging. Wohl auch bei NDRinfo.


Irgendwie kommt mir das Feiertagsmotto der inforadio-Redaktion bekannt vor, wie hieß das nochmal?

Alles Brüller, keine Füller!!! ?
 
Übrigens ist es einfacher herauszubekommen, was genau vor 50 Jahren im SFB lief als gestern im rbb inforadio.


Wenn ich behaupte, dieses "Spezial" bestand nur aus der Wiederholung einer Reportage über Briefmarkensammler (die schon neulich im Programm lief, da noch ohne Einleitung aufs Schrottwichteln) und dem Berlin-100 Jahre-Podcast, der schon im Osterprogramm in Dauerschleife drehte, könnte niemand das Gegenteil beweisen. Aber eventuell waren die recycelten Sammler-Nerds auch die "Wirtschaftsdoku".:rolleyes:
 
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